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Abschluss Assistenz: Zeigen, was Sie können

Sechs Praxisaufgaben zum Abschluss des Lernpfads Assistenz – etwa drei bis fünf Stunden Arbeit, danach ein gemeinsames Gespräch mit Lars Tiedemann und Nele Diercks und eine Urkunde.

Worum es geht

Für alle, die die drei Einheiten des Lernpfads Assistenz bearbeitet haben und zeigen möchten, dass sie das Gelernte im Alltag anwenden können.

Länderbezug: Die Geschichte und die Rechtsangaben in diesem Kurs beziehen sich auf Deutschland. In anderen Ländern gelten andere Gesetze und andere Wege.

Jede der 8 Einheiten hat denselben Aufbau: erst das Wissen, dann eine Übung am eigenen Gerät, dann eine Frage zum Nachdenken. Die Frage wird nicht benotet und lässt sich beliebig oft wiederholen – sie soll zeigen, ob etwas angekommen ist, nicht, wer den Kurs macht.

Etwa drei bis fünf Stunden, verteilt über zwei bis drei Wochen. Es gibt keine Anmeldung und kein Konto. Der Stand steht ausschließlich in diesem Browser; er verschwindet, wenn Sie die Browserdaten löschen, und wandert nicht auf ein anderes Gerät.

Hier drucken Sie nichts selbst aus. Wenn Ihre Arbeiten gesichtet sind und das gemeinsame Gespräch stattgefunden hat, bekommen Sie Ihre Urkunde von Lars Tiedemann und Nele Diercks als PDF per E-Mail.

Alles hier steht auch ohne Kurs offen: die Seite über Assistenz, der Kurs Ein guter Gesprächspartner werden und die Themen mit Video.

Das ist die Prüfung am Ende vom Lernpfad Assistenz.
Sie machen 6 Aufgaben.
Dann reden Sie mit Lars und Nele.
Danach bekommen Sie eine Urkunde.
Die Gesetze in dem Kurs gelten in Deutschland.
In anderen Ländern gelten andere Gesetze.
Der Kurs hat 8 Einheiten.
In jeder Einheit gibt es: Wissen, eine Übung und eine Frage.
Die Frage wird nicht benotet.
Sie brauchen kein Konto. Sie müssen sich nicht anmelden.
Hier drucken Sie nichts selbst aus.
Sie schicken uns Ihre Aufgaben.
Wir schauen sie uns an.
Dann sprechen wir zusammen.
Danach bekommen Sie eine Urkunde.
Wir schicken sie Ihnen per E-Mail.

Wie dieser Abschluss abläuft

Der Lernpfad Assistenz endet nicht mit einem Häkchen, sondern mit gezeigter Arbeit. Sie bearbeiten sechs Aufgaben aus dem Alltag, jede mit einem Ergebnis auf Papier oder als Foto. Danach reichen Sie alles über das Formular am Ende dieses Kurses ein. Dann sprechen wir darüber: in einem Videogespräch von etwa einer Stunde mit Lars Tiedemann und Nele Diercks. Nele Diercks nutzt selbst Sprachcomputer und Augensteuerung und beschäftigt eigene Assistenz — ihre Rückmeldung ist der eigentliche Wert dieses Abschlusses.

Der Ablauf in vier Schritten. Erstens die sechs Aufgaben bearbeiten; jede ist eine Einheit dieses Kurses. Zweitens alles zusammen einreichen. Drittens das gemeinsame Videogespräch. Viertens die Urkunde. Der Abschluss ist freiwillig und kostenlos, der Lernpfad steht auch ohne ihn offen, und es gibt keine Note und keine Rangfolge.

Rechnen Sie mit drei bis fünf Stunden Arbeit, verteilt über zwei bis drei Wochen. Die Zeit lässt sich nicht zusammenschieben, denn mehrere Aufgaben verlangen Beobachtung über mehrere Tage. Der Verfügbarkeits-Check geht über volle 24 Stunden, das Übergabe-Protokoll über eine Woche, der Übernahme-Strich über drei Tage. Wer das an einem Nachmittag erledigen will, schreibt Vermutungen auf, und Vermutungen sind hier wertlos.

Alle Aufgaben werden mit erfundenen oder anonymisierten Angaben eingereicht. Das heißt: keine echten Namen, keine Fotos von Personen, keine Gesundheitsangaben, keine Adressen, keine Namen von Diensten, Einrichtungen oder Schulen. Sie arbeiten also entweder mit einem erfundenen Beispiel, oder Sie streichen und ersetzen alles, was auf einen bestimmten Menschen zurückführt: aus dem Namen wird „die Person“, aus dem Wohnort nichts, aus Angaben zur Gesundheit nichts. Das gilt für jede einzelne Aufgabe und ist verbindlich. Fachlich ändert es nichts — ein Kommunikationspass ohne Namen zeigt genauso gut, ob Sie Zeichen von Deutungen trennen können.

Die sechs Aufgaben fragen nicht ab, was Sie gelesen haben. Sie zeigen, ob im Alltag die Bedingungen dafür bestehen, dass ein Mensch selbst sprechen kann: ob ein Weg in Reichweite war, ob Ablehnung möglich ist, ob das Wissen den Schichtwechsel überlebt, ob im Krankenhaus jemand fragen kann. Die letzte Aufgabe richtet sich dabei nicht auf die Person, sondern auf Sie. Nele Diercks, die selbst rund um die Uhr Assistenz nutzt, schreibt zu ihren Erwartungen an Assistenz: „Meine Assistenz soll sich mit Unterstützter Kommunikation auskennen oder Lust haben, das zu lernen.“

Sie machen 6 Aufgaben.
Die Aufgaben sind aus dem Alltag.
Bei jeder Aufgabe kommt ein Ergebnis heraus.
Das Ergebnis ist ein Blatt oder ein Foto.
Dann schicken Sie alles an uns.
Dann reden wir zusammen im Video.
Das Gespräch dauert etwa 1 Stunde.
Danach bekommen Sie eine Urkunde.

Planen Sie 2 bis 3 Wochen ein.
Manche Aufgaben dauern mehrere Tage.
Wichtig: Schreiben Sie keine echten Namen auf.
Schicken Sie keine Fotos von Menschen.
Schreiben Sie nichts über Krankheiten.

Die Übung: Ihr Beispiel festlegen

Zehn Minuten, bevor Sie anfangen. Alle sechs Aufgaben beziehen sich später auf dasselbe Beispiel.

  1. Entscheiden Sie zuerst: Arbeiten Sie mit einem erfundenen Beispiel, oder mit einer echten Situation, aus der Sie alle Angaben zur Person entfernen?
  2. Schreiben Sie das Beispiel in drei Sätzen auf: ungefähres Alter, Lebenssituation, und welche Wege dieser Mensch zum Sprechen nutzt — Gerät, Tafel, körpereigene Zeichen, Blick, Laut.
  3. Legen Sie einen Decknamen fest, oder verzichten Sie ganz auf einen Namen und schreiben Sie durchgehend „die Person“.
  4. Legen Sie einen Ordner an, in dem alle sechs Ergebnisse zusammenkommen.
  5. Lesen Sie Ihre drei Sätze noch einmal und streichen Sie alles, was auf einen bestimmten Menschen zurückführt: Ort, Dienst, Einrichtung, Angaben zur Gesundheit, auffällige Einzelheiten.

Denken Sie sich ein Beispiel aus.
Oder nehmen Sie eine echte Person.
Dann lassen Sie alle Angaben über sie weg.
Schreiben Sie 3 Sätze über das Beispiel.
Wie alt ist die Person ungefähr?
Wie redet die Person?
Machen Sie einen Ordner für Ihre Ergebnisse.

Die Übung: Der Zeitplan auf einem Blatt

Drei der sechs Aufgaben laufen über mehrere Tage. Am Ende dieser Übung liegt ein Blatt mit festen Daten vor Ihnen.

  1. Schreiben Sie die sechs Aufgaben untereinander auf ein Blatt.
  2. Tragen Sie zuerst die langen ein: der Verfügbarkeits-Check über 24 Stunden, das Übergabe-Protokoll über sieben Tage, der Übernahme-Strich über drei Tage. Diese drei bestimmen den Kalender.
  3. Suchen Sie für die sieben Tage der Übergabe eine gewöhnliche Woche aus. Urlaub, Krankheit und Feiertage verzerren das Ergebnis.
  4. Verteilen Sie die drei kurzen Aufgaben auf die Tage dazwischen: Kommunikationspass, Ablehnung und Beschwerdeweg, Notfallseite.
  5. Tragen Sie ganz unten ein Datum ein, bis zu dem Sie einreichen wollen, und schreiben Sie es in Ihren Kalender.
  6. Hängen Sie das Blatt sichtbar auf. Es ist der einzige Schutz davor, dass der Abschluss zerfasert.

Schreiben Sie die 6 Aufgaben auf ein Blatt.
3 Aufgaben dauern mehrere Tage.
Suchen Sie dafür eine normale Woche aus.
Nicht im Urlaub. Nicht an Feiertagen.
Die 3 kurzen Aufgaben passen dazwischen.
Schreiben Sie ein Datum auf das Blatt.
An dem Tag wollen Sie fertig sein.
Hängen Sie das Blatt sichtbar auf.

Zum Nachdenken: Sie möchten für Aufgabe 1 den Kommunikationspass einreichen, den Sie mit einem Menschen geschrieben haben, den Sie begleiten. Was tun Sie damit?

Aufgabe 1: Einen Kommunikationspass erstellen

Ein Kommunikationspass ist eine einzige Seite, die man in zwei Minuten liest. Er beantwortet die Fragen, die eine neue Kollegin, eine Vertretung oder eine Ärztin zuerst hat: Wie sagt dieser Mensch ja, wie sagt er nein, wie lange dauert eine Antwort. Sechs Punkte tragen ihn, alle in der Ich-Form: So sage ich ja. So sage ich nein. Das verstehe ich sicher. Das verstehen andere oft falsch. So lange brauche ich. Das hilft mir. Länger ist nicht besser — was auf zwei Seiten steht, liest im Frühdienst niemand.

Der vierte Punkt ist der wichtigste und wird am häufigsten weggelassen. Das verstehen andere oft falsch sammelt genau die Missverständnisse, die sich sonst mit jeder neuen Schicht wiederholen: das Lächeln, das keine Zustimmung ist; der Laut, der freundlich klingt und Abbruch meint; das ausbleibende Zeichen, das für ein Ja gehalten wird. Wer diesen Punkt füllen kann, hat beobachtet. Wer ihn leer lässt, hat den Pass abgeschrieben.

Nicht hinein gehören Bewertungen, Angaben zur Gesundheit und alles, was die Person nicht selbst gesagt oder gezeigt hat. „Wirkt heute abweisend“ ist eine Deutung, „schaut dann zur Seite“ ist ein Zeichen. An dieser Trennung zeigt sich, ob jemand fachlich arbeitet. Und der Pass gehört der Person, nicht dem Dienst: Sie entscheidet, was darin steht, wer ihn liest und was wieder herauskommt. Nele Diercks, die selbst rund um die Uhr Assistenz nutzt, schreibt dazu: „Ich bin kein ‚Pflegefall‘, sondern Expertin für mein eigenes Leben.“

Diese Aufgabe zeigt dreierlei: ob Sie Zeichen von Deutungen trennen, ob Sie sich auf eine Seite beschränken können und ob Sie in der Ich-Form schreiben, ohne über die Person zu reden. Sie ist die kürzeste der sechs Aufgaben und die, an der am meisten hängt. Alle anderen setzen voraus, dass jemand die Zeichen dieses Menschen benennen kann, ohne sie zu deuten.

Für die Einreichung gilt wie überall: erfunden oder anonymisiert. Oben steht kein echter Name, „die Person“ oder ein Deckname genügt. Wenn Sie den Pass mit einem echten Menschen geschrieben haben, bleibt diese Fassung dort, wo sie hingehört — bei ihm — und Sie fertigen fürs Einreichen eine zweite ohne Angaben zur Person an.

Ein Kommunikations-Pass ist 1 Blatt.
Auf dem Blatt steht: So rede ich.
Man liest das Blatt in 2 Minuten.
Der Pass hat 6 Punkte:
So sage ich ja.
So sage ich nein.
Das verstehe ich sicher.
Das verstehen andere oft falsch.
So lange brauche ich.
Das hilft mir.

Schreiben Sie den Pass in Ich-Form.
Schreiben Sie nur auf, was man sehen kann.
Der Pass gehört der Person.

Die Übung: Das Ergebnis erstellen: der Kommunikationspass

Eine Seite, sechs Punkte, Ich-Form. Papier genügt, ein Textprogramm auch.

  1. Wenn Sie mit einem echten Menschen arbeiten, fragen Sie ihn zuerst, ob er das will. Wenn nicht, nehmen Sie Ihr erfundenes Beispiel.
  2. Schreiben Sie die sechs Überschriften untereinander auf ein Blatt: So sage ich ja. So sage ich nein. Das verstehe ich sicher. Das verstehen andere oft falsch. So lange brauche ich. Das hilft mir.
  3. Füllen Sie jeden Punkt in der Ich-Form aus, mit einem bis drei kurzen Sätzen. Schreiben Sie, was zu sehen und zu hören ist, nicht, was es Ihrer Meinung nach bedeutet.
  4. Nennen Sie beim Punkt zur Antwortzeit eine Zahl. Zählen Sie dafür einmal wirklich mit, wie lange eine Antwort dauert.
  5. Füllen Sie den vierten Punkt mit mindestens zwei Missverständnissen. Er ist der Grund, warum es diesen Pass gibt.
  6. Kürzen Sie am Ende auf eine Seite. Was Sie dabei streichen müssen, war nicht das Wichtigste.

Fragen Sie die Person: Willst du das?
Nehmen Sie 1 Blatt Papier.
Schreiben Sie die 6 Punkte auf.
Füllen Sie jeden Punkt aus.
Schreiben Sie in Ich-Form.
Zum Beispiel: So sage ich ja.
Schreiben Sie eine Zahl bei der Wartezeit.
Alles muss auf 1 Blatt passen.

Die Übung: Vor dem Einreichen prüfen

Fünf Minuten Selbstprüfung. Sie schärfen damit den Pass und sparen sich eine Rückfrage.

  1. Passt alles auf eine Seite?
  2. Steht jeder Satz in der Ich-Form? Suchen Sie nach „er“, „sie“ und „die Bewohnerin“ und schreiben Sie diese Stellen um.
  3. Ist jeder Eintrag beobachtbar? Streichen Sie Wörter wie „wirkt“, „scheint“ und „will damit“.
  4. Stehen beim vierten Punkt mindestens zwei Missverständnisse?
  5. Steht bei der Antwortzeit eine Zahl?
  6. Ist kein echter Name, kein Ort, kein Dienst und keine Angabe zur Gesundheit darauf?
  7. Speichern Sie die Seite als PDF, oder fotografieren Sie sie gerade und lesbar ab.

Passt alles auf 1 Blatt?
Steht überall: ich?
Steht nur da, was man sehen kann?
Stehen bei Punkt 4 mindestens 2 Sachen?
Steht eine Zahl bei der Wartezeit?
Ist kein echter Name darauf?
Machen Sie ein Foto oder ein PDF.

Zum Nachdenken: Im Pass steht der Satz: Wenn ich müde bin, wirke ich abweisend. Warum gehört er so nicht hinein?

Aufgabe 2: Der Verfügbarkeits-Check

In dieser Aufgabe geht es nicht darum, ob ein Sprachcomputer gut bedient wird. Es geht darum, ob überhaupt ein Weg da war. Sie gehen dafür 24 Stunden durch, Stunde für Stunde, und beantworten je Stunde eine einzige Frage: Konnte die Person in dieser Stunde etwas sagen? Nicht, ob sie etwas gesagt hat — sondern ob sie gekonnt hätte, wenn sie gewollt hätte.

Volle 24 Stunden, nicht nur Ihre Schicht. Die Lücken liegen fast immer außerhalb der Zeit, die man selbst sieht: nachts, wenn das Gerät im Wohnzimmer steht; im Bad; auf dem Weg zur Arbeit; in der Stunde nach dem Transfer, in der niemand die Halterung wieder angebracht hat. Wer nur die eigene Schicht prüft, bekommt ein zu freundliches Bild. Für Stunden, in denen Sie nicht da waren, fragen Sie nach oder schreiben Sie „nicht bekannt“ — auch das ist ein Ergebnis.

Zu jedem Nein gehört der Grund, knapp notiert: im Bad, Akku leer, Gerät im Wohnzimmer, Halterung ab, im Auto verstaut, nachts weggeräumt. Diese Gründe sind alle nachvollziehbar, und keiner davon ändert das Ergebnis: Ein Weg, der nicht da ist, ist dasselbe wie kein Weg. Die Liste ist deshalb keine Anklage gegen eine Schicht, sondern die Beschreibung eines Tages. Nele Diercks, die selbst rund um die Uhr Assistenz nutzt, schreibt dazu: „Ein Sprachcomputer allein genügt nicht – entscheidend sind das Gegenüber und die Zeit.“

Aus so einer Liste folgt meistens etwas sehr Kleines: ein zweites Ladekabel im Schlafzimmer, eine wasserfeste Tafel im Bad, ein fester Platz für das Gerät nach dem Transfer, eine Zeile in der Übergabe. Solche Dinge sind Assistenzsache. Nicht Assistenzsache sind Reparaturen, neue Halterungen, Umbauten am Vokabular und Anträge — dafür sind REHAVISTA und deren Partnerfirmen zuständig, unabhängige Beratung gibt es in Deutschland bei der EUTB. Ihre Notizen mit Datum und Uhrzeit sind für diese Stellen oft das Einzige, was sie über den Alltag erfahren.

Diese Aufgabe zeigt, ob Sie einen gewöhnlichen Tag von der anderen Seite ansehen können. Deshalb reichen Sie nicht nur die Tabelle ein, sondern auch drei Sätze dazu: Wo ist die größte Lücke, woran liegt sie, was ändern Sie daran. Die drei Sätze sollen keine Absichtserklärung sein, sondern etwas benennen, das nächste Woche tatsächlich anders ist.

Ein Sprach-Computer muss da sein.
Sonst hilft er nicht.
Prüfen Sie einen ganzen Tag.
Der Tag hat 24 Stunden.
Fragen Sie bei jeder Stunde:
Konnte die Person in dieser Stunde etwas sagen?
Schreiben Sie Ja oder Nein auf.
Schreiben Sie bei Nein den Grund dazu.
Zum Beispiel: Der Akku war leer.

Prüfen Sie auch die Nacht.
Zählen Sie am Ende alle Neins.
Schreiben Sie 3 Sätze dazu.
Wo ist die größte Lücke?
Was ändern Sie daran?

Die Übung: Das Ergebnis erstellen: die 24-Stunden-Tabelle

Ein Tag, 24 Zeilen, drei Spalten. Die Tabelle entsteht nebenbei, wenn Sie das Blatt griffbereit halten.

  1. Nehmen Sie ein Blatt quer oder eine Tabelle am Rechner. Schreiben Sie links die Stunden untereinander, von 0 bis 23 Uhr.
  2. Wählen Sie einen gewöhnlichen Tag. Ein Tag mit Arzttermin oder Besuch von außen verzerrt das Bild.
  3. Setzen Sie in die zweite Spalte je Stunde ein Ja oder ein Nein: War ein Weg in Reichweite, mit dem die Person etwas hätte sagen können?
  4. Schreiben Sie in die dritte Spalte bei jedem Nein den Grund. Zwei bis vier Wörter genügen.
  5. Für Stunden, in denen Sie nicht da waren: Fragen Sie die Kollegin, die da war, oder schreiben Sie „nicht bekannt“.
  6. Zählen Sie am Ende die Neins und schreiben Sie die Zahl groß oben auf das Blatt.
  7. Schreiben Sie unter die Tabelle drei Sätze: die größte Lücke, ihr Grund, Ihre Änderung.

Nehmen Sie ein Blatt Papier.
Schreiben Sie alle 24 Stunden auf.
Nehmen Sie einen ganz normalen Tag.
Schreiben Sie bei jeder Stunde: Ja oder Nein.
Ja heißt: Die Person konnte etwas sagen.
Schreiben Sie bei Nein den Grund dazu.
Zählen Sie am Ende die Neins.
Schreiben Sie 3 Sätze unter die Tabelle.

Die Übung: Vor dem Einreichen prüfen

Fünf Minuten Selbstprüfung. Es geht um Vollständigkeit und darum, dass die Tabelle beschreibt statt zu urteilen.

  1. Sind alle 24 Stunden ausgefüllt, auch die Nacht?
  2. Steht hinter jedem Nein ein Grund?
  3. Steht irgendwo eine Bewertung des Geräts? Streichen Sie sie. Die Frage lautet nur, ob ein Weg da war.
  4. Ist die Zahl der Neins deutlich sichtbar?
  5. Stehen unter der Tabelle drei Sätze — Lücke, Grund, Änderung?
  6. Nennt einer der Sätze eine Schuldige? Schreiben Sie ihn um: Benannt wird die Stelle, nicht die Kollegin.
  7. Ist kein echter Name, kein Dienst und keine Einrichtung auf dem Blatt? Dann als PDF speichern oder gerade und lesbar abfotografieren.

Sind alle 24 Stunden ausgefüllt?
Steht bei jedem Nein ein Grund?
Ist die Zahl der Neins gut zu sehen?
Stehen 3 Sätze unter der Tabelle?
Steht in den Sätzen kein Name?
Machen Sie ein Foto oder ein PDF.

Zum Nachdenken: Warum sollen Sie volle 24 Stunden durchgehen und nicht nur Ihre eigene Schicht?

Aufgabe 3: Ablehnung und Beschwerdeweg

Nein sagen zu können ist keine Frage der Höflichkeit, sondern eine Schutzfunktion. Wer nur „mehr“, „nochmal“ und „gut“ zur Verfügung hat, kann bestellen, aber nicht widersprechen. Gemeint ist damit nichts Dramatisches, sondern etwas sehr Alltägliches: nicht sagen können, dass etwas weh tut, dass dieses Essen nicht gewollt ist, dass diese Person heute zu nah kommt. In Deutschland verlangt § 8 SGB IX, dass berechtigten Wünschen entsprochen wird — ein Wunsch, der nicht geäußert werden kann, läuft dabei leer.

Der erste Teil dieser Aufgabe ist deshalb eine Bestandsaufnahme: Kann diese Person in jeder Form ablehnen, die sie nutzt? Am Gerät heißt das auf der ersten Ebene und nicht drei Seiten tief. Auf Papier heißt es auf jeder Tafel und nicht nur auf der einen im Wohnzimmer. Körpereigen heißt: ein Zeichen, das auch dann geht, wenn nichts in Reichweite liegt. Zählen Sie mit, wie viele Schritte es bis zur Ablehnung sind — was drei Seiten tief liegt, ist im entscheidenden Moment nicht vorhanden.

Der zweite Teil ist ein Blatt mit vier Zeilen: Wie kann sich dieser Mensch beschweren — bei wem, in welcher Form, auf welchem Weg, und was passiert danach? Die wichtigste Bedingung steht in der dritten Zeile: Ein Beschwerdeweg darf nicht über die Person laufen, über die man sich beschwert. Wenn eine Beschwerde nur ankommt, indem die Assistenz sie weitergibt, gibt es für Beschwerden über die Assistenz keinen Weg. Das ist kein Verdacht gegen Kolleginnen und Kollegen, sondern eine Folge der Lage: viel Nähe, große Abhängigkeit, wenige Zeugen.

Wenn sich das Blatt nicht ausfüllen lässt, reichen Sie genau das ein — das Blatt mit den leeren Zeilen und zwei Sätzen dazu, woran es liegt. Die leere Zeile ist hier das Ergebnis und nicht das Scheitern der Aufgabe. Ein Blatt, das aus Verlegenheit vollgeschrieben wurde, ist dagegen wertlos: Es macht die Lücke unsichtbar, um die es geht. Anschließend gehört das Blatt in die nächste Teambesprechung, nicht als Vorwurf, sondern als Frage: Wie füllen wir die Lücke?

Eine Abgrenzung noch, und sie ist wichtig. Wenn Ihnen bei dieser Aufgabe ein konkreter Verdacht begegnet, gehört er nicht auf dieses Blatt und nicht in diese Einreichung, sondern sofort an die dafür festgelegte Stelle; ist diese selbst betroffen, an die nächsthöhere oder an eine außerhalb. Aufschreiben heißt dabei: beobachtet, nicht gedeutet, mit Datum und Situation. Diese Aufgabe ist eine Übung, kein Meldeweg.

Jeder Mensch muss nein sagen können.
Nein sagen schützt die Person.
Prüfen Sie alle Wege der Person.
Kann sie am Gerät nein sagen?
Kann sie auf jeder Tafel nein sagen?
Kann sie auch ohne Gerät nein sagen?
Zählen Sie: Wie viele Schritte sind es bis dahin?

Machen Sie dann ein Blatt für Beschwerden.
Bei wem kann sich die Person beschweren?
Wie kann sie das sagen?
Wichtig: Das muss ohne die Assistenz gehen.
Sie können eine Zeile nicht ausfüllen?
Dann schicken Sie das Blatt genau so ein.

Die Übung: Das Ergebnis erstellen: Ablehnung prüfen und das Beschwerde-Blatt

Zwei Teile auf einem Blatt: erst die Bestandsaufnahme der Ablehnung, dann die vier Zeilen zum Beschwerdeweg.

  1. Schreiben Sie alle Wege auf, die diese Person nutzt: das Gerät, jede einzelne Tafel, körpereigene Zeichen, Blick, Laut.
  2. Suchen Sie in jedem dieser Wege die Ablehnung. Wo steht „nein“, wo steht „aufhören“, wie viele Schritte sind es bis dahin? Notieren Sie die Zahl.
  3. Halten Sie fest, wo eine Ablehnung ganz fehlt oder zu weit weg liegt. Das ist der erste Teil Ihres Ergebnisses.
  4. Nehmen Sie nun die untere Hälfte des Blattes und schreiben Sie oben die Frage: Wie kann sich diese Person beschweren?
  5. Zeile 1 — bei wem: eine Stelle innerhalb und eine außerhalb des Dienstes. Schreiben Sie nur die Funktion, keine Namen.
  6. Zeile 2 — in welcher Form: mit welchen Wörtern, Zeichen, Symbolen oder Nachrichten kann sie eine Beschwerde überhaupt äußern?
  7. Zeile 3 — auf welchem Weg: Wie erreicht die Beschwerde diese Stelle, ohne dass die Assistenz sie weitergibt?
  8. Zeile 4 — was danach passiert: Wer meldet sich zurück, in welcher Zeit, in welcher Form?
  9. Was Sie nicht ausfüllen können, lassen Sie leer und begründen es darunter in zwei Sätzen.

Schreiben Sie alle Wege der Person auf.
Suchen Sie überall das Wort: nein.
Zählen Sie die Schritte bis dahin.
Schreiben Sie auf, wo nein fehlt.

Machen Sie dann ein Blatt für Beschwerden.
Schreiben Sie 4 Zeilen auf:
Bei wem kann sie sich beschweren?
Wie kann sie das sagen?
Wie kommt die Beschwerde dort an?
Wer antwortet ihr danach?
Lassen Sie leer, was Sie nicht wissen.

Die Übung: Vor dem Einreichen prüfen

Fünf Minuten Selbstprüfung. Achten Sie vor allem darauf, dass keine Namen auf dem Blatt stehen.

  1. Sind alle Wege der Person aufgeführt, auch die Tafeln und die körpereigenen Zeichen?
  2. Steht bei jedem Weg, ob eine Ablehnung vorhanden ist und wie viele Schritte es bis dahin sind?
  3. Stehen auf dem Beschwerde-Blatt nur Funktionen — keine Namen von Personen, keine Namen von Diensten oder Einrichtungen?
  4. Sind die leeren Zeilen begründet? Zwei Sätze genügen.
  5. Steht in Ihrem Text ein konkreter Verdacht? Der gehört nicht in die Einreichung, sondern an die zuständige Stelle.
  6. Ist kein echter Name der Person und keine Angabe zur Gesundheit darauf?
  7. Speichern Sie das Blatt als PDF oder fotografieren Sie es gerade und lesbar ab.

Stehen alle Wege der Person auf dem Blatt?
Steht überall, ob nein möglich ist?
Stehen auf dem Blatt keine Namen?
Haben Sie die leeren Zeilen erklärt?
Machen Sie ein Foto oder ein PDF.

Zum Nachdenken: Sie können auf dem Beschwerde-Blatt die Zeile „auf welchem Weg, ohne dass die Assistenz sie weitergibt“ nicht ausfüllen. Was reichen Sie ein?

Aufgabe 4: Eine Woche Übergabe

Kommunikationswissen hängt an Personen. Wer die Zeichen eines Menschen kennt, kennt sie eben — und geht um 22 Uhr nach Hause. Was nicht weitergegeben wird, ist am nächsten Morgen weg, und die Person erlebt mehrmals am Tag, dass ihre Verständigung vom Dienstplan abhängt. Das ist kein Kommunikationsproblem der Person, sondern ein Organisationsproblem des Teams.

In der Übergabe fällt der kommunikative Teil als Erstes aus. Medikamente, Termine und Vorfälle stehen auf dem Bogen, die Verständigung nicht — also wird sie erzählt, wenn Zeit ist, und Zeit ist selten. Diese Aufgabe verankert sie für eine Woche: in jede Übergabe kommt ein Punkt zur Verständigung. Ein Punkt genügt, und er darf klein sein: ein neues Zeichen, ein Wort, das falsch verstanden wurde, eine Wartezeit, eine Beobachtung.

Die zweite Hälfte ist die eigentliche Aufgabe: Fragen Sie am Folgetag nach, ob der Punkt angekommen ist und ob er genutzt wurde. Erst diese Nachfrage macht aus einer Mitteilung eine Messung. Ohne sie wissen Sie nur, dass Sie etwas gesagt haben — nicht, ob die Übergabe etwas durchgelassen hat.

Wenn ein Punkt nicht angekommen ist, liegt das selten an der Kollegin. Prüfen Sie stattdessen, wo er verloren ging: mündlich überhört, schriftlich nicht gelesen, oder nirgends notiert. Diese drei Stellen sind reparierbar, Vorwürfe sind es nicht. Ein fester Punkt auf dem Übergabebogen ist meistens die kleinste Lösung — eine Zeile, jede Schicht.

Wenn es bei Ihnen keine Schichtübergabe gibt, nehmen Sie die nächste Person, die übernimmt: Vertretung, Wochenenddienst, Fahrdienst, Schulbegleitung, Angehörige. Gibt es wirklich niemanden, notieren Sie den Punkt schriftlich für sich und prüfen Sie am Folgetag, ob die Notiz gefunden und benutzt wurde. Der Befund ist derselbe, und er lautet in allen drei Fällen: Hat die Verständigung einen Platz, oder hat sie keinen?

Sieben Zeilen reichen für das Ergebnis, mehr braucht es nicht. Diese Aufgabe zeigt, ob Sie einen Weg messen können, statt Menschen zu beurteilen. Das ist der Unterschied zwischen einer Beschwerde über das Team und einem Vorschlag, mit dem das Team etwas anfangen kann. Beides beschreibt dieselbe Woche, aber nur das Zweite ändert etwas.

Sie kennen die Zeichen der Person.
Ihre Kollegin kennt sie vielleicht nicht.
Darum sagen Sie es bei der Übergabe.
Sagen Sie 1 Woche lang jeden Tag 1 Punkt.
Der Punkt darf klein sein.
Zum Beispiel: ein neues Zeichen.
Schreiben Sie den Punkt auch auf.

Fragen Sie am nächsten Tag nach.
Ist der Punkt angekommen?
Hat die Kollegin ihn benutzt?
Schreiben Sie Ja oder Nein auf.
Bei Nein: Wo ist der Punkt verloren gegangen?
7 Zeilen reichen für die Aufgabe.

Die Übung: Das Ergebnis erstellen: das Übergabe-Protokoll

Sieben Tage, sieben Zeilen. Pro Tag kostet es zwei Minuten, wenn das Blatt bereitliegt.

  1. Legen Sie ein Blatt mit sieben Zeilen an, eine je Tag. Fünf Spalten: Tag, der Punkt, wo notiert, angekommen, wo verloren.
  2. Überlegen Sie kurz vor jeder Übergabe: Was habe ich heute über die Verständigung gelernt?
  3. Sagen Sie diesen einen Punkt in der Übergabe laut, auch wenn er klein wirkt und niemand danach fragt.
  4. Schreiben Sie ihn zusätzlich dorthin, wo Ihr Team schreibt: Übergabebogen, Dokumentation, Tafel.
  5. Fragen Sie am Folgetag die Kollegin aus der nächsten Schicht, ob der Punkt angekommen ist und ob sie ihn genutzt hat.
  6. Tragen Sie die Zeile ein: Tag, der Punkt in einem Satz, wo notiert, angekommen ja oder nein — und bei nein die Stelle, an der er verloren ging.
  7. Wenn es bei Ihnen keine Schichtübergabe gibt, nehmen Sie die nächste Person, die übernimmt, und verfahren Sie genauso.

Machen Sie ein Blatt mit 7 Zeilen.
Jede Zeile ist 1 Tag.
Sagen Sie bei der Übergabe 1 Punkt.
Der Punkt ist über die Verständigung.
Schreiben Sie den Punkt auch auf.
Fragen Sie am nächsten Tag nach.
Ist der Punkt angekommen?
Schreiben Sie das in Ihre Zeile.

Die Übung: Vor dem Einreichen prüfen

Fünf Minuten Selbstprüfung. Wichtig ist die Nachfrage am Folgetag — ohne sie fehlt die Hälfte.

  1. Sind es sieben Zeilen für sieben Tage?
  2. Geht es in jeder Zeile wirklich um Verständigung? Medikamente, Termine und Vorfälle gehören nicht dazu.
  3. Steht in jeder Zeile, ob der Punkt am Folgetag angekommen ist?
  4. Steht bei jedem Nein, wo er verloren ging: mündlich überhört, nicht gelesen, oder nirgends notiert?
  5. Stehen Namen von Kolleginnen darin? Ersetzen Sie sie durch Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst.
  6. War es eine gewöhnliche Woche, ohne Urlaub, Krankheitswelle oder Feiertage?
  7. Speichern Sie das Protokoll als PDF oder fotografieren Sie es gerade und lesbar ab.

Sind es 7 Zeilen?
Geht es in jeder Zeile um Verständigung?
Steht überall, ob der Punkt angekommen ist?
Stehen keine Namen von Kolleginnen darin?
Machen Sie ein Foto oder ein PDF.

Zum Nachdenken: An vier von sieben Tagen ist Ihr Punkt in der nächsten Schicht nicht angekommen. Was ist das Ergebnis dieser Aufgabe?

Aufgabe 5: Die Notfallseite

Im Krankenhaus kippt in wenigen Minuten alles, was zu Hause selbstverständlich war: fremde Räume, wenig Zeit, wechselndes Personal, und Menschen, die die Person zum ersten Mal sehen. Fast automatisch wird dann die Begleitung angesprochen, über das Bett hinweg, in der dritten Person. Wer entscheidet, ändert sich dadurch nicht — das tut die Person selbst, solange nichts anderes rechtlich geregelt ist. Für den Fall, dass Sie nicht dabei sind, gibt es die Notfallseite.

Eine Seite, nicht eine Mappe. Sie muss einem völlig fremden Menschen in fünf Minuten beibringen, wie man dieser Person eine Ja-Nein-Frage stellt: wie ein Ja aussieht, wie ein Nein aussieht, wie lange eine Antwort dauert, und wie man eine Frage stellt, die beantwortet werden kann. Dazu kommen zwei Sätze zum Gerät — wo es ist, wie es eingeschaltet und positioniert wird — und eine Telefonnummer von jemandem, der die Formen dieses Menschen kennt.

Der heikelste Punkt ist die Zustimmung. Ein ausbleibendes Zeichen ist keine Zustimmung, und ein Lächeln ist keine Unterschrift. Auf der Seite steht deshalb ausdrücklich, was zu tun ist, wenn nichts kommt: die Frage anders stellen und noch einmal warten. Ebenso wichtig ist der Ort, an dem die Seite liegt — sie hilft nur, wenn sie im Notfall gefunden wird: an der Tasche, am Rollstuhl, beim Gerät, nicht im Ordner im Regal. Nele Diercks, die selbst rund um die Uhr Assistenz nutzt, schreibt dazu: „Kein Sprechen an meiner Stelle. Meine Assistenz unterstützt meine eigene Kommunikation und gibt meine Worte treu weiter – sie ersetzt meine Stimme nicht.“

Der Test ist der Kern dieser Aufgabe, nicht die Seite. Geben Sie sie einem Menschen, der nichts über Unterstützte Kommunikation weiß — aus der Nachbarschaft, aus der Familie, aus einem anderen Beruf — und erklären Sie nichts dazu. Bitten Sie ihn, eine Ja-Nein-Frage zu stellen, und sehen Sie zu. Was er nicht hinbekommt, ist ein Fehler der Seite und nicht des Lesers. Für den Test brauchen Sie die Person selbst nicht: Es genügt, dass Ihr Leser sagt, wie er die Frage stellen würde und woran er ein Ja erkennen will.

Eingereicht wird beides: die Seite und das Ergebnis des Tests. Zum Testergebnis gehören vier Angaben — wie lange der Leser gebraucht hat, welche Frage er gestellt hat, wo er gestockt ist, und was Sie danach geändert haben. Beschreiben Sie die Testperson nur allgemein, etwa als Nachbarin oder als Kollege aus einem anderen Beruf. Und ersetzen Sie in der eingereichten Fassung die Telefonnummer durch das Wort Telefonnummer.

Im Krankenhaus kennt niemand die Person.
Darum machen Sie eine Seite für den Notfall.
Auf der Seite steht: So sagt die Person ja.
So sagt die Person nein.
So lange dauert eine Antwort.
So stellt man eine Frage.
Wichtig: Kein Zeichen heißt nicht ja.

Testen Sie die Seite.
Suchen Sie dafür einen fremden Menschen.
Der Mensch weiß nichts über das Thema.
Geben Sie ihm nur die Seite.
Erklären Sie nichts dazu.
Klappt etwas nicht? Dann ändern Sie die Seite.

Die Übung: Das Ergebnis erstellen: die Notfallseite und ihr Test

Erst schreiben, dann testen, dann kürzen. Der Test dauert zehn Minuten und ist der wichtigere Teil.

  1. Schreiben Sie die Seite mit der Person, wenn es eine gibt. Ganz oben: Anrede und Sprache.
  2. Dann die vier Kernpunkte: So sieht ein Ja aus. So sieht ein Nein aus. So lange dauert eine Antwort. So stellt man eine Frage, die beantwortet werden kann.
  3. Ergänzen Sie zwei Sätze zum Gerät — wo es ist, wie es eingeschaltet und positioniert wird — und den Satz, dass kein Zeichen keine Zustimmung ist.
  4. Ganz unten eine Telefonnummer von jemandem, der die Formen dieses Menschen kennt und auch nachts erreichbar ist.
  5. Suchen Sie eine Testperson, die nichts über Unterstützte Kommunikation weiß.
  6. Geben Sie ihr nur die Seite, erklären Sie nichts, bitten Sie um eine Ja-Nein-Frage und stoppen Sie die Zeit.
  7. Notieren Sie: Wie lange hat sie gebraucht? Welche Frage hat sie gestellt? Wo ist sie gestockt? Was haben Sie danach geändert?
  8. Kürzen und umschreiben Sie, bis es klappt, und legen Sie Kopien an Tasche, Rollstuhl und Gerät.

Schreiben Sie 1 Seite für den Notfall.
Schreiben Sie: So sagt die Person ja.
Schreiben Sie: So sagt die Person nein.
Schreiben Sie: So lange dauert eine Antwort.
Schreiben Sie 2 Sätze über das Gerät.
Suchen Sie eine fremde Testperson.
Geben Sie ihr nur die Seite.
Sie soll eine Frage stellen.
Schreiben Sie auf, was nicht geklappt hat.

Die Übung: Vor dem Einreichen prüfen

Fünf Minuten Selbstprüfung. Denken Sie besonders an die Telefonnummer.

  1. Passt alles auf eine Seite?
  2. Stehen die vier Kernpunkte darauf — Ja, Nein, Dauer, und wie man fragt?
  3. Steht der Satz darauf, dass kein Zeichen keine Zustimmung ist?
  4. Ist die Telefonnummer in der eingereichten Fassung durch das Wort Telefonnummer ersetzt?
  5. Liegt das Testergebnis bei: Dauer, gestellte Frage, Stockstellen, Ihre Änderung?
  6. Ist die Testperson nur allgemein beschrieben, ohne Namen?
  7. Ist kein echter Name, kein Ort und keine Angabe zur Gesundheit darauf? Dann als PDF speichern oder gerade und lesbar abfotografieren.

Passt alles auf 1 Seite?
Stehen die 4 wichtigen Punkte darauf?
Haben Sie die Telefon-Nummer entfernt?
Steht das Ergebnis vom Test dabei?
Steht kein Name der Testperson dabei?
Machen Sie ein Foto oder ein PDF.

Zum Nachdenken: Warum wird die Notfallseite an einem Menschen getestet, der nichts über Unterstützte Kommunikation weiß?

Aufgabe 6: Der Übernahme-Strich

Die meisten Übernahmen sehen nicht aus wie Übergriffe, sondern wie Freundlichkeit. Sie antworten für die Person, weil es schneller geht. Sie stellen das gewohnte Getränk hin, weil Fragen umständlich wäre. Einzeln ist jede dieser Übernahmen winzig, zusammen ergeben sie eine Erfahrung: Meine Äußerung wird nicht gebraucht. Diese Aufgabe macht daraus eine Zahl, und Zahlen lassen sich schlechter wegdiskutieren als Eindrücke.

Sie führen dafür drei Tage lang zwei Spalten: Ich habe gefragt und Ich habe entschieden. Drei Tage, nicht eine Schicht — denn ein einzelner Tag kann ein guter Tag sein, und wer weiß, dass er zählt, fragt an diesem Tag mehr als sonst. Nach drei Tagen ist dieser Effekt kleiner, und Sie sehen ein Verhältnis statt eines Ausrutschers.

Eine Regel macht die Zählung streng: Wenn Sie gefragt, aber die Antwort nicht abgewartet haben, gehört der Strich nach rechts. Eine Frage ohne Wartezeit ist keine Gelegenheit zu antworten. Wer nicht wartet, entscheidet für. Nele Diercks, die selbst rund um die Uhr Assistenz nutzt, schreibt dazu, was ihr im Weg steht: „Wenn Menschen keine Zeit haben, mir ins Wort fallen oder erraten wollen, was ich sagen will, statt mich ausreden zu lassen.“

Eingereicht werden die Zahlen und fünf Sätze. Die fünf Sätze sollen beschreiben, nicht rechtfertigen, und der Unterschied ist gut erkennbar. „Rechts war mehr, weil dieser Tag sehr voll war“ ist eine Rechtfertigung. „Rechts stand fast immer bei Essen und Kleidung, links fast immer in der Freizeit“ ist eine Beobachtung — und mit ihr lässt sich etwas anfangen.

Es gibt hier keine gute Zahl. Ein Verhältnis sagt nur zusammen mit der Situation etwas aus: 60 zu 40 in einer Frühschicht unter Zeitdruck bedeutet etwas anderes als dasselbe Verhältnis an einem freien Sonntag. Ändern Sie in den drei Tagen deshalb nichts absichtlich — Sie messen, Sie üben nicht. Diese Aufgabe richtet sich als einzige nicht auf die Person, sondern auf Sie. Sie ist die unangenehmste der sechs und zeigt am meisten.

Oft entscheiden Sie für die Person.
Das ist meistens gut gemeint.
Zum Beispiel: Sie antworten schon für sie.
Diese Aufgabe macht daraus eine Zahl.
Nehmen Sie an 3 Tagen einen Zettel.
Links schreiben Sie: Ich habe gefragt.
Rechts schreiben Sie: Ich habe entschieden.
Machen Sie den ganzen Tag Striche.

Sie haben gefragt und nicht gewartet?
Dann kommt der Strich nach rechts.
Zählen Sie am Abend beide Seiten.
Schreiben Sie danach 5 Sätze auf.
Es gibt kein falsches Ergebnis.

Die Übung: Das Ergebnis erstellen: drei Tage zählen

Drei Zettel, zwei Spalten, am vierten Tag die Auswertung. Das Zählen kostet keine zusätzliche Zeit.

  1. Nehmen Sie für jeden der drei Tage ein eigenes Blatt und teilen Sie es mit einem Strich. Links: Ich habe gefragt. Rechts: Ich habe entschieden.
  2. Machen Sie bei jeder Gelegenheit einen Strich, auch bei Kleinigkeiten: Musik, Getränk, Reihenfolge, Weg, Fernsehprogramm, wann Pause ist.
  3. Seien Sie streng mit sich: Gefragt und nicht abgewartet gehört nach rechts.
  4. Ändern Sie in diesen drei Tagen nichts absichtlich. Sie messen, Sie üben nicht.
  5. Zählen Sie jeden Abend beide Spalten und schreiben Sie die zwei Zahlen oben auf das Blatt.
  6. Übertragen Sie am vierten Tag die sechs Zahlen auf ein Blatt: drei Tage, je zwei Spalten, dazu die Summe.
  7. Schreiben Sie darunter fünf Sätze: Bei welchen Themen stand links, bei welchen rechts, an welchem Tag war es anders, was hat Sie überrascht?
  8. Streichen Sie jeden Satz, der mit einem „weil“ die rechte Spalte erklärt. Beschreiben ist die Aufgabe, nicht rechtfertigen.

Nehmen Sie an 3 Tagen je 1 Zettel.
Malen Sie einen Strich in die Mitte.
Links: Ich habe gefragt.
Rechts: Ich habe entschieden.
Machen Sie den ganzen Tag Striche.
Zählen Sie am Abend beide Seiten.
Schreiben Sie alle Zahlen auf ein Blatt.
Schreiben Sie 5 Sätze dazu.
Schreiben Sie nur, was Ihnen aufgefallen ist.

Die Übung: Vor dem Einreichen prüfen

Fünf Minuten Selbstprüfung. Am wichtigsten ist, dass die fünf Sätze beschreiben und nicht erklären.

  1. Sind es drei Tage und sechs Zahlen, dazu die Summe?
  2. Sind es genau fünf Sätze?
  3. Beschreiben diese Sätze, oder rechtfertigen sie? Suchen Sie nach „weil“, „eigentlich“ und „normalerweise“.
  4. Steht in den Sätzen ein Name — von der Person, von Kolleginnen oder von einem Dienst? Ersetzen Sie ihn.
  5. Steht darin eine Bewertung über Sie selbst? Sie ist nicht nötig; kein Ergebnis ist falsch.
  6. Der Zettel von den drei Tagen muss nicht mitkommen. Die Zahlen und die fünf Sätze genügen.
  7. Speichern Sie das Blatt als PDF, fotografieren Sie es lesbar ab, oder schreiben Sie es als Text.

Stehen alle Zahlen auf dem Blatt?
Sind es genau 5 Sätze?
Erklären die Sätze nichts?
Sie beschreiben nur, was war?
Stehen keine Namen darin?
Machen Sie ein Foto oder ein PDF.

Zum Nachdenken: Sie fragen, welchen Pullover die Person möchte — und greifen nach zwei Sekunden selbst in den Schrank. In welche Spalte gehört der Strich?

Einreichen und Termin vereinbaren

Wenn alle sechs Aufgaben erledigt sind, reichen Sie sie zusammen ein. Dazu gehören der Kommunikationspass aus Aufgabe 1 und die 24-Stunden-Tabelle mit den drei Sätzen aus Aufgabe 2. Dann die Bestandsaufnahme der Ablehnung mit dem Beschwerde-Blatt aus Aufgabe 3 und das Übergabe-Protokoll mit sieben Zeilen aus Aufgabe 4. Und schließlich die Notfallseite mit dem Testergebnis aus Aufgabe 5 und die Zahlen mit den fünf Sätzen aus Aufgabe 6. Fehlt eines davon, warten Sie lieber, bis es fertig ist — die sechs gehören zusammen.

Die Form ist frei: PDF, Foto oder Text. Handschrift ist willkommen, solange sie lesbar ist, und schön muss nichts sein. Fotografieren Sie gerade von oben, bei Tageslicht, mit der ganzen Seite im Bild. Legen Sie je Aufgabe eine Datei an und benennen Sie sie nachvollziehbar, von Aufgabe1 bis Aufgabe6.

Vor dem Absenden noch einmal die Daten: keine echten Namen — auch nicht von Kolleginnen, keine Adressen, keine Namen von Diensten, Einrichtungen oder Schulen, keine Fotos von Personen, keine Angaben zur Gesundheit, keine Telefonnummern. Schwärzen oder ersetzen Sie solche Stellen. Im Zweifel lassen Sie sie ganz weg; es fehlt dann nichts, was wir brauchen.

Danach bekommen Sie eine Bestätigung, dass alles angekommen ist. Wir sehen die Arbeiten durch und melden uns per E-Mail für einen Termin. Das Videogespräch dauert etwa eine Stunde: Wir gehen die sechs Aufgaben gemeinsam durch, Sie erzählen, wie es Ihnen dabei ergangen ist, und Nele Diercks gibt Rückmeldung aus der Sicht einer Frau, die selbst unterstützt kommuniziert und eigene Assistenz beschäftigt. Im Anschluss erhalten Sie Ihre Urkunde.

Kommt innerhalb einer Woche keine Bestätigung, ist unterwegs etwas verloren gegangen. Schreiben Sie dann bitte an lars.tiedemann@assistuk.net. Das ist kein Nachhaken zur Unzeit, sondern der vorgesehene Weg: E-Mails landen in Spam-Ordnern, Anhänge sind zu groß, Formulare hängen.

Zum Schluss das Wichtigste: Die anonymisierten Fassungen sind für uns, die echten bleiben bei Ihnen. Der Pass gehört zur Person, die Notfallseite an Tasche und Rollstuhl, das Beschwerde-Blatt in die nächste Teambesprechung, der Vorschlag für einen festen Punkt in der Übergabe zum Team. Der Abschluss ist danach vorbei, die sechs Ergebnisse sind es nicht.

Sind alle 6 Aufgaben fertig?
Dann schicken Sie alles zusammen ab.
Sie können ein PDF schicken.
Sie können auch Fotos schicken.
Die Fotos müssen gut lesbar sein.

Prüfen Sie vorher noch einmal alles.
Stehen echte Namen auf einem Blatt?
Dann streichen Sie die Namen weg.
Sind Fotos von Menschen dabei?
Dann nehmen Sie die Fotos heraus.
Danach reden wir im Video zusammen.
Das dauert etwa 1 Stunde.
Dann bekommen Sie Ihre Urkunde.

Die Übung: Die letzte Durchsicht

Fünf Minuten, die Ärger ersparen. Danach geht die Einreichung raus.

  1. Legen Sie alle sechs Ergebnisse nebeneinander. Ist von jeder Aufgabe etwas dabei?
  2. Durchsuchen Sie jedes Blatt nach echten Namen, Adressen, Diensten, Einrichtungen, Telefonnummern und Angaben zur Gesundheit. Entfernen Sie sie.
  3. Prüfen Sie, dass auf keinem Foto ein Mensch zu sehen ist.
  4. Prüfen Sie jedes Foto auf Lesbarkeit: ganze Seite im Bild, gerade, hell genug.
  5. Benennen Sie die Dateien von Aufgabe1 bis Aufgabe6.
  6. Füllen Sie das Formular am Ende dieses Kurses aus und senden Sie ab.
  7. Notieren Sie sich das Datum. Kommt innerhalb einer Woche keine Bestätigung, schreiben Sie an lars.tiedemann@assistuk.net.

Legen Sie alle 6 Ergebnisse bereit.
Suchen Sie nach echten Namen.
Suchen Sie nach Fotos von Menschen.
Nehmen Sie das alles heraus.
Füllen Sie das Formular aus.
Schicken Sie alles ab.
Sie hören 1 Woche nichts von uns?
Dann schreiben Sie uns eine E-Mail.

Die Übung: Die Ergebnisse in den Alltag bringen

Die anonymen Fassungen sind abgeschickt. Diese Woche bekommen die echten ihren Platz — sonst war die Arbeit für die Ablage.

  1. Der Kommunikationspass: Fragen Sie die Person, wo er liegen oder hängen soll, und legen Sie ihn dorthin. Nicht in den Ordner.
  2. Die Notfallseite: Kopien an die Tasche, an den Rollstuhl und zum Gerät. Prüfen Sie in vier Wochen, ob die Telefonnummer noch stimmt.
  3. Der Verfügbarkeits-Check: Bringen Sie die Zahl der Neins und Ihre eine Änderung in die nächste Teambesprechung.
  4. Das Beschwerde-Blatt: Bringen Sie es ebenfalls dorthin, als Frage und nicht als Vorwurf — wie füllen wir die leeren Zeilen?
  5. Das Übergabe-Protokoll: Schlagen Sie einen festen Punkt zur Verständigung auf dem Übergabebogen vor. Eine Zeile, jede Schicht.
  6. Den Übernahme-Strich behalten Sie für sich. Wiederholen Sie ihn in drei Monaten und vergleichen Sie die Zahlen.
  7. Schreiben Sie sich einen Termin in drei Monaten in den Kalender, an dem Sie Pass und Notfallseite mit der Person durchgehen.

Jetzt kommen die echten Blätter dran.
Der Pass gehört zur Person.
Legen Sie ihn dorthin, wo sie es will.
Die Notfall-Seite kommt an die Tasche.
Und an den Rollstuhl.
Und zum Gerät.
Zeigen Sie die anderen Blätter im Team.
Schauen Sie in 3 Monaten noch einmal drauf.

Zum Nachdenken: Sie haben alles abgeschickt und hören zwei Wochen lang nichts. Was tun Sie?

Ihre Arbeiten einreichen

Erst wenn alle Einheiten erledigt sind, können Sie einreichen.

Ihre Rückmeldung

Dieser Kurs lebt von den Menschen, die ihn benutzen. Anregungen und Verbesserungswünsche sind immer willkommen – was war unklar, was hat gefehlt, was hat in Ihrem Alltag nicht funktioniert? Schreiben Sie an lars.tiedemann@assistuk.net.

Wie fanden Sie den Kurs?
Schreiben Sie uns gerne.
Was war gut? Was war schwer?
Was hat gefehlt?
Die E-Mail-Adresse ist:
lars.tiedemann@assistuk.net

Zum Schluss

Sie drucken hier nichts selbst aus. Sobald Ihre Einreichung gesichtet ist und das gemeinsame Gespräch stattgefunden hat, schicken Ihnen Lars Tiedemann und Nele Diercks die Urkunde als PDF an die E-Mail-Adresse, die Sie oben angegeben haben.

Bis dahin bleibt Ihr Stand in diesem Browser sichtbar – er zeigt, welche Aufgaben Sie bearbeitet haben.

Hier drucken Sie nichts selbst aus.
Wir schauen uns Ihre Aufgaben an.
Dann sprechen wir zusammen.
Danach schicken wir Ihnen die Urkunde.
Sie kommt per E-Mail.