Zur Frage „hilft ein fester Platz?" gibt es keine einzelne große Studie, die alles beantwortet. Es gibt aber mehrere Befunde, die in dieselbe Richtung zeigen – und einen, der zur Vorsicht mahnt.
Feste Plätze machen schneller – mit jeder Übung
Thistle, Holmes, Horn und Reum (2018) haben genau die Frage dieses Textes geprüft. Vorschulkinder suchten auf einem Raster wiederholt Symbole; bei einer Gruppe blieben die Symbole an ihrem Platz, bei der anderen wechselten sie die Stelle. Nach einigen Übungsrunden fanden die Kinder mit festen Plätzen ihre Ziele deutlich schneller als die Kinder, bei denen die Plätze wechselten. Der Titel der Studie sagt es selbst: Die gleichbleibende Lage eines Symbols beeinflusst das motorische Lernen. Die Grenze gehört dazu: Die Kinder hatten keine Behinderung, und sie haben Symbole gesucht, keine Sätze gebaut. Für Menschen, die unterstützt kommunizieren, steht die Prüfung noch aus – die Richtung ist aber eindeutig.
Die Anordnung wirkt stärker als das Aussehen
Thistle und Wilkinson (2017) ließen 52 Kinder auf einem Raster Sätze zusammensetzen. Ordnete man die Felder nach Wortarten, waren die Kinder signifikant schneller. Die Hintergrundfarbe der Felder hatte dagegen keinen systematischen Effekt. Das ist der nüchternste verfügbare Hinweis darauf, dass wo etwas liegt mehr wiegt als wie es aussieht.
Layout und Organisation sind lernbar – und unterschiedlich schwer
Drager und Kolleginnen (2003, 2004) und Light und Kolleginnen (2004) untersuchten, wie gut sehr junge Kinder mit verschiedenen Anordnungen zurechtkommen. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Alter und System, aber sie teilen eine Grundaussage: Die Anordnung ist kein neutraler Rahmen um den Wortschatz herum, sondern selbst ein Teil dessen, was gelernt werden muss.
Geordnetes Material lässt sich halbieren statt absuchen
Wer in einer ungeordneten Liste sucht, muss sie im schlimmsten Fall ganz durchgehen. Wer in einer geordneten sucht, kann eingrenzen – ein Prinzip, das Landauer und Nachbar (1985) für hierarchische Menüs beschrieben haben. Genau das ist der Vorteil einer alphabetischen Anordnung.
Der Vorbehalt, der dazugehört: Dieses Argument gilt nur, wo die Person die Ordnung sicher beherrscht. Wer das Alphabet nicht sicher hat, kann nicht eingrenzen – für sie ist eine alphabetische Anordnung genauso eine Suche wie jede andere. Dann bleibt vom Positionslernen nur der feste Platz selbst, und der ist immer noch etwas wert, aber weniger.
Wortvorhersage spart Anschläge, nicht unbedingt Zeit
Koester und Levine (1996) maßen, was Wortvorhersage tatsächlich bringt. Die Zahl der Anschläge sinkt deutlich – die benötigte Zeit aber nicht im selben Maße, weil das Lesen und Prüfen der Vorschläge eigene Kosten hat. Wer Positionswissen aufbauen will, zahlt diesen Preis doppelt: Die Vorschlagsfelder wechseln laufend ihren Inhalt.
Forscher haben das untersucht.
Das haben sie herausgefunden:
• Wenn ein Bild immer am selben Platz ist,
findet man es mit jedem Mal schneller.
• Wo ein Wort liegt, ist wichtiger
als welche Farbe es hat.
• Wenn alles der Reihe nach sortiert ist,
kann man schneller suchen.
Aber nur, wenn man die Reihe kennt.
Zum Beispiel das ABC.
• Wortvorschläge sparen Tippen.
Aber sie sparen nicht immer Zeit.
Denn man muss sie erst lesen.