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Durchdachte Vokabulare für Unterstützte Kommunikation – von AssistUK: Scripo Anchor

AssistUK-Lizenz erforderlich · Für Grid (iPad) und Grid (Windows) · Nur auf Deutsch

Sprache: Das Vokabular Scripo Anchor gibt es nur auf Deutsch. Der Buchstabenweg, die Wortformen und die Anordnung folgen dem Deutschen – Fassungen in anderen Sprachen gibt es nicht.

Video: Scripo Anchor in drei Minuten

Das Video zeigt, wie ein Satz Buchstabe für Buchstabe entsteht – und dass dabei kein Feld die Stelle wechselt. Dazu die Wortgruppen mit ihren festen Plätzen, die Themenseiten und der Wortwandler, der aus einem Wort die passende Form macht.

Hier ist ein Video zum Anschauen.
Es zeigt das Vokabular Scripo Anchor.
Man sieht: einen Satz schreiben, Buchstabe für Buchstabe.
Man sieht: Jeder Buchstabe bleibt an seinem Platz.
Das Video kommt von YouTube.
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Schreiben mit festen Plätzen Ein Rundgang durch Scripo Anchor in drei Minuten. Video direkt auf YouTube ansehen

Scripo Anchor

Scripo Anchor auf dem iPad, Raster 6×10: die Startseite mit Fürwörtern, ja, nein und dem ABC Scripo Anchor, Raster 6×10: nach „Ich will e“ stehen oben Wörter mit E, die übrigen Buchstaben bleiben an ihrem Platz Scripo Anchor, Raster 6×10: Wörter mit H, dazwischen stehen die Buchstaben an derselben Stelle wie auf der Startseite Scripo Anchor, Raster 6×10: nach „Heute gehen“ alle Formen von „gehen“ auf einer Seite – Verb, Zeit und Nomen Scripo Anchor, Raster 6×10: nach „Ich will Erdbeere“ alle Formen von „Erdbeere“ auf einer Seite Scripo Anchor, Raster 6×10: „Heute gehe ich mit Mama in die st“ – Wörter mit St, die Buchstaben bleiben an ihrem Platz Scripo Anchor, Raster 6×10: die Seite Apps mit Sagen, Bewerten, Gerät und Zeit, Kontakt und Freizeit Scripo Anchor, Raster 6×10: Gefühle von „Sehr gut“ bis „Sehr schlecht“, dazu ja, nein und „Ich weiß nicht.“ Scripo Anchor, Raster 6×10: die zweite Seite Apps mit Notizen, Schulheft und Text teilen Scripo Anchor, Raster 6×10: die KI-Seite – Text erweitern, kürzen, anders sagen, übersetzen und eigene Prompts Scripo Anchor, Raster 6×10: nach „Quatsch mit so“ die Wörter mit So

Scripo Anchor verbindet zwei Dinge, die in der Unterstützten Kommunikation selten zusammenkommen: Jeder Weg zu einem Wort führt über seine Buchstaben – und kein Feld wechselt je die Stelle. Das Erste macht jeden Griff zu einer Begegnung mit Schrift. Das Zweite macht aus jedem Weg mit der Zeit eine eingeübte Bewegung. Zusammen ergibt das ein Vokabular, das beim Sagen schnell ist und beim Lernen mitwächst.

Scripo Anchor ist für Menschen, die mit Buchstaben schreiben wollen – ob sie das Alphabet schon sicher haben oder gerade dabei sind, es zu lernen. Wer den ersten Laut eines Wortes trifft, hat schon viel gewonnen: Dahinter liegt eine Seite mit den Wörtern, die so anfangen, und meist steht das gesuchte schon da. Jeder Buchstabe steht auf jeder Seite in derselben Zelle, und jedes der 4 430 Wörter hat einen festen Platz.

Warum beides so viel ausmacht, steht gleich unten und ausführlich auf der Wissensseite Positionslernen. Kurz: Wer nicht suchen muss, hat den Kopf frei für das, was gesagt werden soll.

Scripo Anchor ist ein Vokabular zum Schreiben.
Sie finden jedes Wort über seine Buchstaben.

Das Besondere:
Nichts bewegt sich.
Jeder Buchstabe ist immer am selben Platz.
Jedes Wort ist immer am selben Platz.

So geht es:
Sie tippen den ersten Buchstaben.
Dann sehen Sie viele Wörter mit diesem Buchstaben.
Oft ist Ihr Wort schon dabei.

Das Vokabular Scripo Anchor ist für Menschen,
die das ABC schon kennen.
Oder die es gerade lernen.
Schon der erste Buchstabe hilft.

1. Startseite h Der Buchstabe „h“ liegt in Zeile 2, Spalte 2. ein Griff 2. Die Wörter mit „h“ h habenhierhelfenhallo Handheutehoch HundHaushörenhalten HilfehintenheißHose Derselbe Platz, Zeile 2, Spalte 2 – auf dieser und auf jeder anderen Seite. Bleibt das Wort aus, wird der Platz des Buchstabens zur Wortzelle – die anderen rücken NICHT nach. Darum stimmt der Weg, den jemand sich gemerkt hat, auch beim nächsten Mal noch.
Schematische Darstellung des Buchstabenwegs. Die Wörter sind Beispiele; die tatsächliche Belegung richtet sich nach der Gebrauchshäufigkeit.

Merkmale von Scripo Anchor

Laute beim Tippen

Jede Buchstabentaste spricht ihren Laut, nicht den Buchstabennamen – „mmm“ statt „em“. Und sie klingt passend zur Seite: Nach „b“ klingt das a als „ba“, nach „sch“ als „scha“. So verbindet jeder Griff Buchstabe und Laut. Unterricht ersetzt das nicht – es macht den Zusammenhang hörbar.

ABC-Tastatur statt QWERTZ

Die Buchstaben stehen in der Reihenfolge, die man in der Schule lernt. Gemessen kostet das gegenüber QWERTZ nichts – gleiche Seitenzahl, gleiche Schrittzahl – und es passt zur alphabetischen Ordnung im Buchstabenfeld.

Nichts wandert

Jeder Buchstabe steht auf jeder Seite in derselben Zelle. Wo er nicht weiterführt, wird sein Platz zur Wortzelle – die übrigen Felder rücken nicht nach. Ein einmal gelernter Weg bleibt richtig.

Keine Wortvorhersage

Vorschlagsfelder wechseln nach jedem Anschlag ihren Inhalt – ein Platz, den man sich merken könnte, entsteht dort nicht. Scripo Anchor setzt stattdessen auf feste Plätze: Was dasteht, steht immer da, und die Person wählt.

Gut zwei Griffe je Wort

Im 6×10-Raster, gewichtet nach Gebrauchshäufigkeit: 2,03 Griffe statt 5,78 Anschlägen beim reinen Buchstabieren. In ganzen Alltagssätzen – mit gebeugten Formen und Wörtern, die buchstabiert werden – sind es gemessen 2,66.

Drei Rastergrößen

5×8 (40 Felder), 6×10 (60 Felder) und 9×12 (108 Felder). Alle drei tragen denselben Wortschatz von 4 430 Wörtern – die Rastergröße ändert, wie viel gleichzeitig sichtbar ist, nicht, was sagbar ist. Welche passt, entscheidet die Bedienung: Mit den Augen braucht es oft größere Felder als mit dem Finger.

METACOM-Symbole

Jedes Wortfeld trägt ein Symbol aus METACOM (Annette Kitzinger) – im deutschsprachigen Raum der De-facto-Standard. Gibt es für ein Wort kein passendes Symbol, bekommt es kein beliebiges Bild, sondern kein eigenes Feld. Schreiben lässt es sich trotzdem – Buchstabe für Buchstabe auf der Buchstabierseite. Für die Symbole braucht es eine Lizenz für METACOM.

Farben nach Montessori

Zehn Wortartfarben in der Systematik des Montessori-Sprachmaterials: Nomen schwarz, Verb rot, Verhältniswort grün. Jede Farbe zusätzlich als Vollton-Kante – wer mit der Fläche nichts anfangen kann, hat den Rahmen. Gut zu wissen: In vielen anderen Seitensets bedeutet Grün „Verb“.

60 Themen, Pronomen-Seiten, Ich-Buch

Zu jedem Thema eine Satz- und eine Wortseite; die Sätze werden sofort gesprochen. Die acht Pronomen führen auf eigene Seiten mit den passenden Verbformen – „ich bin müde“ sind drei Griffe. Dazu ein Ich-Buch, mit dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene von sich erzählen können.

Schrift und fester Platz – was Scripo Anchor wirksam macht

Viele Vokabulare entscheiden sich für eine von zwei Welten: Entweder sie ordnen nach Bildern und Themen, oder sie arbeiten mit Buchstaben und Wortvorhersage. Scripo Anchor nimmt aus beiden, was trägt – die Schrift als Ordnung und den festen Platz als Gedächtnis – und lässt weg, was beides stört: Vorschlagsfelder, deren Inhalt sich mit jedem Anschlag ändert.

1. Jeder Griff ist Schrift

In Scripo Anchor führt kein Weg zu einem Wort an den Buchstaben vorbei. Wer „Hund“ sagen will, wählt das h – und auf der Seite dahinter steht „Hund“ zwischen den anderen Wörtern mit h. So begegnet die Person der Schrift nicht nur in einer Übungsstunde, sondern jedes Mal, wenn sie etwas sagt: viele Male am Tag, mit Wörtern, die ihr wichtig sind.

  • Laut und Zeichen gehören zusammen. Jede Buchstabentaste spricht ihren Laut, nicht den Buchstabennamen – „mmm“, nicht „em“ –, und nach „b“ klingt das a als „ba“. Diese Verbindung von Laut und Zeichen ist der Kern des Lesenlernens.
  • Das Wortbild steht immer da. Jedes Wortfeld zeigt zum Symbol das geschriebene Wort, in der üblichen Groß- und Kleinschreibung, und im Mitteilungsfenster wächst der Satz als Text. Wer schreibt, sieht, was er geschrieben hat – und kann es wieder lesen.
  • Teilwissen zählt sofort. Wer nur den Anlaut kennt, kommt damit schon auf die richtige Seite. Jeder neu gelernte Laut bringt sofort mehr Wörter in Reichweite – Buchstabenwissen lohnt sich vom ersten Tag an.
  • Die Ordnung ist die der Schule. Die Buchstaben stehen in der Reihenfolge des Alphabets, die Wörter auf jeder Seite nach Wortart und darin alphabetisch. Wer lesen lernt, lernt diese Ordnung ohnehin; das Gerät verlangt keine zusätzliche.

Schreiben stärkt das Lesen: Wer ein Wort schreiben will, zerlegt es in Laute und ordnet jedem Laut ein Zeichen zu – genau das, was das Lesen braucht. Scripo Anchor macht diesen Schritt zum Normalfall der Kommunikation. Das ersetzt keinen Unterricht und keinen Menschen, der begleitet, aber es sorgt dafür, dass die Schrift jeden Tag da ist.

2. Jeder Weg wird Bewegung

Der zweite Grundsatz heißt Positionslernen, oft auch motorisches Lernen: Liegt ein Wort immer an derselben Stelle, muss man es irgendwann nicht mehr suchen. Die Hand kennt den Weg – oder der Blick, oder bei Tastern die Zahl der Schritte. Aus „das h suchen, dann ‚Hund‘ suchen“ wird eine einzige eingeübte Bewegungsfolge, so wie beim Schreiben auf einer vertrauten Tastatur.

Das gelingt nur, wenn wirklich nichts wandert. Darum hat Scripo Anchor keine Wortvorhersage und kein Nachrücken: Jeder Buchstabe steht auf jeder Seite in derselben Zelle, und wo er nicht weiterführt, wird sein Platz zur Wortzelle, statt dass die anderen aufrücken. Bei jeder neuen Fassung prüft der Bau das für jedes einzelne Wort.

Dass feste Plätze das Finden beschleunigen, ist belegt: Kinder fanden Symbole nach wenigen Übungsrunden deutlich schneller, wenn die Plätze gleich blieben, als wenn sie wechselten (Thistle, Holmes, Horn & Reum 2018). Geprüft wurde das an Kindern ohne Behinderung; für Menschen, die unterstützt kommunizieren, steht diese Prüfung noch aus.

3. Beides zusammen: wirksam

Schrift und fester Platz verstärken sich gegenseitig. Die Buchstaben geben jeder Seite eine Ordnung, die man versteht; der feste Platz macht aus dieser Ordnung mit der Zeit Routine. Im 6×10-Raster kostet ein Wort nach Gebrauch gewichtet gut zwei Griffe statt der 5,78, die reines Buchstabieren bräuchte, und 81 Prozent dessen, was im Alltag gesagt wird, stehen schon nach dem ersten Buchstaben da.

Diese Zahlen sind erst der Anfang. Weil sich nichts bewegt, wird jeder dieser Griffe mit der Übung schneller und müheloser – bei Vorschlagsfeldern geht das nicht, dort muss man bei jedem Anschlag neu lesen, was dasteht. Wie viel Zeit das am Ende spart, hängt von der Person ab und lässt sich nicht in Griffen zählen. Die genauen Messwerte stehen weiter unten.

Scripo Anchor hat 2 wichtige Ideen.

Idee 1: Sie schreiben mit Buchstaben.
Jedes Wort finden Sie über seinen ersten Buchstaben.
Die Taste sagt den Laut.
Zum Beispiel: mmm.
So lernen Sie jeden Tag Buchstaben und Laute.

Idee 2: Alles bleibt an seinem Platz.
Ihre Hand lernt den Weg zum Wort.
Oder Ihre Augen lernen den Weg.
Dann müssen Sie nicht mehr suchen.
Das geht mit jedem Mal schneller.

Beides zusammen macht Scripo Anchor schnell.
Ein Wort braucht meistens nur 2 Griffe.

Wozu Scripo Anchor da ist

Damit ein Mensch sagen kann, was ihm wichtig ist – und nicht nur das, was jemand vorgesehen hat. Das ist der ganze Zweck. Ein Symbolvokabular kennt so viele Wörter, wie jemand hineingelegt hat. Mit dem Alphabet – rund dreißig Zeichen – lässt sich jedes Wort schreiben.

Scripo Anchor ist ein Schriftvokabular: Es schreibt Buchstabe für Buchstabe, und auf dem Weg dorthin bietet es ganze Wörter an. Wer die ersten Laute eines Wortes kennt, kommt meist in zwei bis drei Griffen hin. Wer ein Wort braucht, das nicht im Vokabular steht – einen Ortsnamen, den Spitznamen eines Bruders, ein Fachwort aus dem Beruf –, schreibt es Buchstabe für Buchstabe auf der Buchstabierseite, auf der jeder Buchstabe an derselben Stelle steht wie auf der Startseite.

Niemand muss sich Schrift erst verdienen. Es gibt keine Voraussetzung, die erfüllt sein muss, bevor ein Mensch mit Buchstaben arbeiten darf (Erickson & Koppenhaver 2020). Und Schreiben ist nicht Handschrift: Wer aus dem Alphabet auswählen kann – mit dem Finger, mit den Augen oder mit einem Taster –, schreibt.

Und alles steht immer an derselben Stelle. Kein Feld wandert, keine Vorhersage schiebt etwas beiseite. Wer einmal gelernt hat, wo das „m“ liegt, findet es dort auch in einem Jahr noch – solange die Rastergröße bleibt.

Scripo Anchor ist zum Schreiben.
Sie können jedes Wort sagen.
Auch Wörter, die niemand vorher aufgeschrieben hat.

Sie tippen die ersten Buchstaben.
Dann zeigt Scripo Anchor passende Wörter.
Meistens sind es 2 oder 3 Griffe bis zum Wort.

Jeder Mensch darf Buchstaben lernen.
Dafür muss man vorher nichts können.
Schreiben geht auch ohne Stift:
mit dem Finger, mit den Augen oder mit einem Taster.

Alles bleibt an seinem Platz.
Nichts verschiebt sich.
Was Sie einmal gelernt haben, gilt auch nächstes Jahr.

Warum es so gebaut ist

Vier Entscheidungen tragen dieses Vokabular. Jede ist begründet, und zu jeder gibt es eine eigene Seite – einschließlich dessen, was dagegen spricht.

Warum Lesen und Schreiben

Schrift ist die einzige Ordnung, die niemand von uns gebaut hat. Sie ist übertragbar: Wer sie kann, kann sie am Gerät, auf Papier, am Telefon und auf einem fremden Gerät. Und sie ist nach oben offen – ein Wortschatz aus Zellen hört irgendwo auf, ein Alphabet nicht. Lesen und Schreiben verändern dabei mehr als die Kommunikation: Sie verändern, welche Schule, welche Arbeit und welche Entscheidungen überhaupt möglich sind. Und Teilfähigkeiten zählen sofort: Wer nur den ersten Buchstaben kennt, kommt damit schon auf eine Seite voller passender Wörter.

Warum feste Plätze

Weil der Platz selbst zum Wort wird. Wer oft genug dieselbe Bewegung macht, braucht irgendwann nicht mehr hinzusehen – die Hand weiß, wo das Wort liegt. Genau diese Ersparnis geht verloren, wenn eine Vorhersage Felder umsortiert: Sie tauscht einen sicheren Weg gegen einen, den man jedes Mal neu suchen muss. Dass feste Plätze das Wiederfinden beschleunigen, ist belegt (Thistle u. a. 2018) – bisher an Kindern ohne Behinderung; die Prüfung mit Menschen, die unterstützt kommunizieren, steht noch aus.

Warum eine ABC-Tastatur

Weil sie dieselbe Ordnung benutzt, die auch das Wörterbuch, das Namensschild und der Ordner benutzen. QWERTZ ist eine Anordnung, die man zusätzlich lernen muss; das Alphabet kann, wer lesen lernt, ohnehin.

Warum Symbole und Farben

Die Bilder stammen aus einer einzigen, durchgängigen Sammlung, und die Farben sagen die Wortart. Beides ist eine Abwägung, keine Selbstverständlichkeit – was dafür und was dagegen spricht, steht auf der eigenen Seite.

Scripo Anchor ist so gebaut, weil es 4 gute Gründe gibt.

1. Lesen und Schreiben.
Mit Schrift können Sie jedes Wort sagen.
Schrift geht überall: am Gerät, auf Papier, am Telefon.
Schon wenige Buchstaben helfen.

2. Feste Plätze.
Ihre Hand lernt den Weg zum Wort.
Dann müssen Sie nicht mehr suchen.

3. Die ABC-Tastatur.
Das ABC kennen Sie schon.
Eine andere Ordnung müssten Sie extra lernen.

4. Bilder und Farben.
Die Bilder sehen alle gleich aus.
Die Farben zeigen: Ist es ein Ding? Ein Tun-Wort?

Zu jedem Grund gibt es eine eigene Seite.
Dort steht auch, was dagegen spricht.

Was es leistet – gemessen

„Schnell“ ist kein Gefühl, sondern eine Zahl. Ein Vokabular lässt sich messen: Wie viele Griffe braucht ein Wort im Durchschnitt, gewichtet danach, wie oft es wirklich vorkommt? Und wie viel von dem, was ein Mensch am Tag sagt, steht schon nach einem einzigen Buchstaben da?

Für den Wortschatz, gewichtet nach Gebrauch, ist der Wert 2,03: Ein Wort kostet im 6×10-Raster im Schnitt gut zwei Griffe statt der 5,78, die reines Buchstabieren bräuchte. Und 81,3 Prozent dessen, was im Alltag gesagt wird, steht bereits nach dem ersten Buchstaben auf dem Bildschirm.

In ganzen Sätzen braucht es mehr Griffe – auch das gehört dazu. Im Alltag schreibt niemand Wörter aus einer Liste, sondern Sätze: mit gebeugten Formen, mit Namen, mit Wörtern, die buchstabiert werden müssen. An 1 000 kurzen Alltagssätzen gemessen braucht ein Wort im 6×10-Raster 2,66 Griffe, und etwa jedes zwölfte Wort wird buchstabiert. Bei längeren Sätzen mit selteneren Wörtern sind es 3,62 Griffe, und fast jedes fünfte Wort wird buchstabiert.

Das kleinere Raster ist langsamer, das größere schneller. Alle drei tragen denselben Wortschatz – die Rastergröße ändert, wie viel gleichzeitig sichtbar ist, nicht, was sagbar ist. Die Zahlen für alle drei stehen weiter unten im Abschnitt „Der Wortschatz ist nach oben offen“.

Was diese Zahlen nicht sagen: Sie gelten für jemanden, der das Alphabet sicher hat. Wer es noch lernt, braucht länger – und braucht vor allem einen Menschen daneben. Leseförderung wirkt deutlich, wenn jemand begleitet, und kaum, wenn sie allein am Gerät läuft. Das Vokabular ist das Werkzeug, nicht die Förderung. Die gute Nachricht: Für den wirksamen Teil braucht es keine Ausbildung – mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Wie schnell ist Scripo Anchor?
Das haben wir gemessen.

Ein Wort braucht im Schnitt 2 Griffe.
Beim Buchstabieren wären es 5 oder 6.

Nach 1 Buchstaben sehen Sie schon
8 von 10 Wörtern, die Sie oft brauchen.

In ganzen Sätzen sind es etwas mehr.
Dann braucht ein Wort meistens 2 oder 3 Griffe.

Im Gerät stehen 4430 Wörter an einem festen Platz.

Wichtig:
Diese Zahlen gelten, wenn Sie das ABC gut können.
Wenn Sie das ABC noch lernen, dauert es länger.
Dann brauchen Sie einen Menschen, der mitmacht.
Allein am Gerät lernt man Lesen nur schwer.

Für die Person daneben

Sie brauchen dafür keine Ausbildung. Eltern, Geschwister, Assistenzkräfte, Lehrkräfte – wer regelmäßig neben einem Menschen sitzt, der mit Scripo Anchor schreibt, ist der wirksamste Teil des Ganzen. Fünf Minuten am Tag bringen mehr als eine Stunde am Sonntag. Und wenn ein Tag ausfällt: Morgen ist auch noch ein Tag.

Vormachen statt abfragen

Tippen Sie beim Sprechen selbst mit: „Ich hätte gern einen Apfel“ – und dabei den Weg über das a zu „Apfel“ zeigen. Nicht: „Wo ist das A?“ Eine Frage setzt unter Druck, Vormachen zeigt, wie es geht.

Den Laut sagen, nicht den Namen

„mmm“ statt „em“, „sss“ statt „es“. Wer „em-a-em-a“ hört, kommt nie auf Mama – wer „mmm-a-mmm-a“ hört, schon. Auch Scripo Anchor spricht beim Tippen den Laut.

Jeder Anfang zählt

Wer den ersten Buchstaben trifft, hat schon viel gewonnen: Dahinter stehen die Wörter, die so anfangen. Loben Sie den Anfang, nicht erst das fertige Wort.

Jeden Tag schreiben, auch unfertig

Buchstabenketten ohne Sinn sind erlaubt, Fehler auch. Antworten Sie auf das, was gemeint ist: Auf „OMA ID LIB“ folgt „Oma wird sich freuen!“ – nicht der Rotstift. Erst die Botschaft, dann die Rechtschreibung.

Echte Gründe zum Schreiben

Die Nachricht an die Oma, der Einkaufszettel, der Name des neuen Meerschweinchens, das Suchwort für das nächste Video. Für Arbeitsblätter lernt niemand gern schreiben – für so etwas schon.

Denselben Text nochmal lesen

Lesen Sie einen kurzen Text an mehreren Tagen gemeinsam – Sie lesen vor und sagen freundlich Bescheid, wenn etwas nicht stimmt. Wiederholtes Lesen gehört zu den am besten belegten Übungen für flüssiges Lesen, und es braucht nichts außer Ihnen und einem Blatt Papier.

Warum sich das lohnt: Schreiben lehrt Lesen. Wer ein Wort schreiben will, muss es in Laute zerlegen und jedem Laut ein Zeichen zuordnen – genau die Fähigkeit, die das Lesen braucht. Mehr Zeit zum Schreiben verbessert nachweislich das Leseverständnis (Graham & Hebert 2011).

Und ehrlich: Wie weit ein Mensch mit Lesen und Schreiben kommt, kann niemand vorhersagen. Für Menschen mit umfassendem Unterstützungsbedarf ist die Forschung dünner als für andere Lernende, und für manche bleibt Schrift ein Weg neben den Symbolen, nicht statt ihrer. Die am wenigsten gefährliche Annahme ist trotzdem, dass Lernen möglich ist: Irrt man sich, hat man Zeit mit Buchstaben verbracht. Irrt man sich in die andere Richtung, hat man einem Menschen die Schrift vorenthalten.

Mehr dazu, mit Quellen: Literacy und Unterstützte Kommunikation und Lesen und Schreiben.

Wer neben einem Menschen sitzt, kann viel helfen.
Dafür braucht man keine Ausbildung.
5 Minuten am Tag sind schon gut.

So helfen Sie:

Machen Sie es vor.
Zeigen Sie beim Sprechen auf die Buchstaben und Wörter.

Sagen Sie den Laut.
Zum Beispiel: mmm.
Nicht: em.

Loben Sie schon den ersten Buchstaben,
den jemand richtig tippt.

Schreiben Sie jeden Tag zusammen.
Fehler sind erlaubt.
Wichtig ist, was gemeint ist.

Schreiben Sie für echte Dinge.
Zum Beispiel eine Nachricht an Oma.
Oder einen Einkaufszettel.

Lesen Sie einen kurzen Text mehrmals zusammen.

Schreiben hilft auch beim Lesen-Lernen.

Niemand weiß vorher,
wie weit ein Mensch mit Lesen und Schreiben kommt.
Aber es ist gut, es zu versuchen.

Der Wortschatz ist nach oben offen

Das ist die Eigenschaft, die ein Symbolvokabular nicht haben kann. Ein Wort, das niemand vorgesehen hat – ein Ortsname, der Spitzname eines Bruders, ein Fachwort aus dem Beruf, ein Wort, das es voriges Jahr noch nicht gab – ist trotzdem sagbar. Es steht dann nicht als fertige Zelle da, aber der Weg dorthin existiert: Buchstabe für Buchstabe auf der Buchstabierseite, deren Buchstaben an denselben Stellen stehen wie auf der Startseite.

Gemessen5×86×109×12
Wörter mit festem Platz4 4304 4304 430
Griffe je Wort (nach Gebrauch gewichtet)2,132,031,63
Griffe je Wort (in 1 000 Alltagssätzen)3,082,662,25
… davon buchstabiert8,4 %8,4 %5,6 %
Griffe je Wort (in 4 000 längeren Sätzen mit selteneren Wörtern)4,213,623,14
Anteil des Gebrauchs nach einem Buchstaben76,1 %81,3 %89,5 %
… nach zwei Buchstaben96,9 %98,4 %100,0 %
Ersparnis gegenüber reinem Buchstabieren63 %65 %72 %
Seiten auf dem Buchstabenweg608439272

Auf einem schmalen Bildschirm lässt sich die Tabelle seitlich schieben.

Eigene Messung mit den Prüfwerkzeugen des Projekts, Stand September 2026. „Gewichtet“ heißt: Häufig gebrauchte Wörter zählen so viel, wie sie vorkommen – der ungewichtete Mittelwert über alle 4 430 Wörter würde von seltenen Wörtern getragen und wäre irreführend. Die Sätze stammen aus der freien Satzsammlung Tatoeba: 1 000 Sätze mit drei bis acht Wörtern, jedes davon unter den 3 000 häufigsten; die zweite Probe (4 000 Sätze mit bis zu 14 Wörtern) ohne diese Grenzen. Gezählt wird jeder Griff, bis der Satz dasteht.

In Scripo Anchor sind 4.430 Wörter.
Jedes hat einen festen Platz.

Aber Sie können auch andere Wörter sagen.
Zum Beispiel einen Namen.
Oder ein Wort aus Ihrer Arbeit.
Dann schreiben Sie es Buchstabe für Buchstabe.

Das geht bei Bild-Vokabularen nicht.

Der Bau prüft sich selbst

„Nichts bewegt sich“ ist leicht gesagt und schwer einzuhalten. Ein Wort, das dazukommt, eine Schreibweise, die berichtigt wird, ein Symbol, das getauscht wird – jede dieser Kleinigkeiten kann Felder verschieben, ohne dass es jemandem auffällt.

Deshalb ist für jede Rastergröße festgehalten, wo jedes einzelne der 4 430 Wörter liegt. Ein Bau, bei dem auch nur ein Wort seine Stelle wechselt, bricht ab und nennt das betroffene Wort. Ein Platz kann sich nur ändern, wenn ein Mensch das ausdrücklich entscheidet und die Festschreibung neu setzt.

Dazu kommt eine Prüfung des fertigen Vokabulars, die unter anderem den Schriftkontrast jeder Aufschrift misst, tote Sprünge und fehlende Symboldateien findet und meldet, wenn zwei Zellen auf derselben Stelle liegen.

Der Computer prüft das Vokabular.

Er merkt sich:
Wo ist jedes Wort?

Wenn ein Wort umzieht, gibt es eine Warnung.
Dann muss ein Mensch entscheiden.

Für wen es passt – und für wen nicht

Es passt, wenn …

  • die Person mit Buchstaben schreiben will – ob sie das Alphabet schon sicher hat oder es gerade lernt;
  • sie mehr sagen will, als ein Symbolvokabular vorsieht – Namen, Fachwörter, Eigenes;
  • sie von Bewegung auf dem Bildschirm irritiert wird;
  • eine Oberfläche gebraucht wird, auf der sich nie etwas verschiebt – das macht Scripo Anchor einfacher zu bedienen als ein Vokabular mit Wortlisten, in dem Felder mit dem Inhalt nachrücken (so arbeitet Scripo Pro);
  • ein Umfeld mithelfen soll, das keine Symbolsammlung kennt, aber Buchstaben;
  • Lesen und Schreiben nicht Voraussetzung, sondern Ziel sind – und jemand da ist, der auf dem Weg begleitet.

Es passt nicht, wenn …

  • die Person vor allem über Symbole kommuniziert und Buchstaben erst nach und nach dazukommen – dafür ist Scripo Start gemacht;
  • sie fließend liest und schreibt und einfach eine schnelle Tastatur braucht – dafür gibt es Clavis;
  • sehr wenige, sehr große Felder gebraucht werden – das ist der Fall für Easy;
  • zwei Sprachen nebeneinander stehen sollen – das kann TwinTalk.

Welches Vokabular im Einzelfall passt, entscheidet keine Merkmalsliste, sondern eine Beratung mit der Person selbst. Der Vokabular-Finder ist ein erster Anhaltspunkt, keine Empfehlung.

Das Vokabular Scripo Anchor passt zu Ihnen, wenn:
Sie kennen das ABC.
Oder Sie lernen es gerade.
Sie wollen viele Wörter sagen können.

Das Vokabular Scripo Anchor ist einfach zu bedienen.
Denn nichts verschiebt sich.
Jedes Wort bleibt an seinem Platz.

Das Vokabular Scripo Anchor passt nicht, wenn:
Sie sprechen vor allem mit Bildern.
Buchstaben kommen erst nach und nach dazu.
Dann ist Scripo Start gemacht für Sie.

Fragen Sie am besten eine Beraterin.
Oder einen Berater.

Was ein Rasterwechsel kostet

Innerhalb einer Rastergröße bleibt in Scripo Anchor alles, wo es ist. Zwischen Rastergrößen gilt das nicht – und weil wir das selbst nachgerechnet haben, steht es hier und nicht im Kleingedruckten: Von 5×8 auf 6×10 liegen nur rund 10 Prozent aller Wörter wieder an genau derselben Stelle.

Zwei Dinge mildern das. Erstens halten die Wörter, die man ständig braucht, deutlich besser: Bei den Kernwörtern der Startseite sind es 40,9 %. Zweitens bleibt der Wortschatz vollständig erreichbar (99,8 %), und zwischen 6×10 und 9×12 braucht fast drei Viertel aller Wörter weiterhin gleich viele Griffe.

Die Folgerung: Ein Rasterwechsel ist eine größere Entscheidung, als er aussieht – er gehört geplant, nicht nebenbei gemacht. Mehr dazu auf der Wissensseite Positionslernen.

Es gibt Scripo Anchor in 3 Größen.

Wenn Sie die Größe wechseln,
sind die meisten Wörter woanders.

Die wichtigen Wörter bleiben besser.
Aber Sie müssen trotzdem neu lernen.

Wechseln Sie nur, wenn es einen guten Grund gibt.

Anleitung

Die bebilderte Anleitung führt Schritt für Schritt durch Scripo Anchor: Laden, Aufbau der Startseite, der Buchstabenweg, Pronomen-Seiten, Wortwandler, Themen, Wortgruppen, Apps und KI – mit je einem Teil für Grid 3 (Windows) und Grid for iPad. Kostenlos, als PDF.

Es gibt eine Anleitung für Scripo Anchor.
Die Anleitung hat viele Bilder.
Sie ist kostenlos.

Scripo Anchor Anleitung (PDF) Häufige Fragen zu Scripo Anchor Alle Handbücher

Passend dazu

Zu jeder der vier Entscheidungen gibt es eine eigene Wissensseite – jede einschließlich dessen, was dagegen spricht.

  • Positionslernen – warum der feste Platz selbst zum Wort wird, und was ihn zerstört.
  • Vorteile von Lesen und Schreiben – was sich verändert, wenn jemand schreiben kann: Schule, Arbeit, Entscheidungen.
  • Literacy und Unterstützte Kommunikation – wie Lesen- und Schreibenlernen im Alltag gelingt, ohne Vorbedingungen.
  • Literacy und Schriftspracherwerb für alle – der Überblick: wie Menschen lesen lernen und was das für die Unterstützte Kommunikation heißt.
  • Das ABC-Wörterbuch in der Unterstützten Kommunikation – die Ordnung, auf der Scripo Anchor aufbaut.
  • Das richtige Vokabular für Literacy-Förderung – woran man es erkennt.
  • Warum Farben und Symbole – Wortartfarben und eine durchgängige Symbolsammlung, mit den Gegenargumenten.
  • Vokabularorganisation – wie sich die AssistUK-Vokabulare untereinander unterscheiden.

Es gibt mehr Seiten dazu.
Dort steht, warum Scripo Anchor so gebaut ist.
Zum Beispiel:
Warum feste Plätze wichtig sind.
Warum Lesen und Schreiben gut für Sie ist.
Warum es Farben und Bilder gibt.
Auf jeder Seite steht auch, was dagegen spricht.

Positionslernen Vorteile von Lesen und Schreiben Literacy im Überblick

Das ABC-Wörterbuch Das richtige Vokabular Farben und Symbole

Vokabularorganisation Lesen und Schreiben in Grid Literacy und Unterstützte Kommunikation