Viele Vokabulare entscheiden sich für eine von zwei Welten: Entweder sie ordnen nach Bildern und Themen, oder sie arbeiten mit Buchstaben und Wortvorhersage. Scripo Anchor nimmt aus beiden, was trägt – die Schrift als Ordnung und den festen Platz als Gedächtnis – und lässt weg, was beides stört: Vorschlagsfelder, deren Inhalt sich mit jedem Anschlag ändert.
1. Jeder Griff ist Schrift
In Scripo Anchor führt kein Weg zu einem Wort an den Buchstaben vorbei. Wer „Hund“ sagen will, wählt das h – und auf der Seite dahinter steht „Hund“ zwischen den anderen Wörtern mit h. So begegnet die Person der Schrift nicht nur in einer Übungsstunde, sondern jedes Mal, wenn sie etwas sagt: viele Male am Tag, mit Wörtern, die ihr wichtig sind.
- Laut und Zeichen gehören zusammen. Jede Buchstabentaste spricht ihren Laut, nicht den Buchstabennamen – „mmm“, nicht „em“ –, und nach „b“ klingt das a als „ba“. Diese Verbindung von Laut und Zeichen ist der Kern des Lesenlernens.
- Das Wortbild steht immer da. Jedes Wortfeld zeigt zum Symbol das geschriebene Wort, in der üblichen Groß- und Kleinschreibung, und im Mitteilungsfenster wächst der Satz als Text. Wer schreibt, sieht, was er geschrieben hat – und kann es wieder lesen.
- Teilwissen zählt sofort. Wer nur den Anlaut kennt, kommt damit schon auf die richtige Seite. Jeder neu gelernte Laut bringt sofort mehr Wörter in Reichweite – Buchstabenwissen lohnt sich vom ersten Tag an.
- Die Ordnung ist die der Schule. Die Buchstaben stehen in der Reihenfolge des Alphabets, die Wörter auf jeder Seite nach Wortart und darin alphabetisch. Wer lesen lernt, lernt diese Ordnung ohnehin; das Gerät verlangt keine zusätzliche.
Schreiben stärkt das Lesen: Wer ein Wort schreiben will, zerlegt es in Laute und ordnet jedem Laut ein Zeichen zu – genau das, was das Lesen braucht. Scripo Anchor macht diesen Schritt zum Normalfall der Kommunikation. Das ersetzt keinen Unterricht und keinen Menschen, der begleitet, aber es sorgt dafür, dass die Schrift jeden Tag da ist.
2. Jeder Weg wird Bewegung
Der zweite Grundsatz heißt Positionslernen, oft auch motorisches Lernen: Liegt ein Wort immer an derselben Stelle, muss man es irgendwann nicht mehr suchen. Die Hand kennt den Weg – oder der Blick, oder bei Tastern die Zahl der Schritte. Aus „das h suchen, dann ‚Hund‘ suchen“ wird eine einzige eingeübte Bewegungsfolge, so wie beim Schreiben auf einer vertrauten Tastatur.
Das gelingt nur, wenn wirklich nichts wandert. Darum hat Scripo Anchor keine Wortvorhersage und kein Nachrücken: Jeder Buchstabe steht auf jeder Seite in derselben Zelle, und wo er nicht weiterführt, wird sein Platz zur Wortzelle, statt dass die anderen aufrücken. Bei jeder neuen Fassung prüft der Bau das für jedes einzelne Wort.
Dass feste Plätze das Finden beschleunigen, ist belegt: Kinder fanden Symbole nach wenigen Übungsrunden deutlich schneller, wenn die Plätze gleich blieben, als wenn sie wechselten (Thistle, Holmes, Horn & Reum 2018). Geprüft wurde das an Kindern ohne Behinderung; für Menschen, die unterstützt kommunizieren, steht diese Prüfung noch aus.
3. Beides zusammen: wirksam
Schrift und fester Platz verstärken sich gegenseitig. Die Buchstaben geben jeder Seite eine Ordnung, die man versteht; der feste Platz macht aus dieser Ordnung mit der Zeit Routine. Im 6×10-Raster kostet ein Wort nach Gebrauch gewichtet gut zwei Griffe statt der 5,78, die reines Buchstabieren bräuchte, und 81 Prozent dessen, was im Alltag gesagt wird, stehen schon nach dem ersten Buchstaben da.
Diese Zahlen sind erst der Anfang. Weil sich nichts bewegt, wird jeder dieser Griffe mit der Übung schneller und müheloser – bei Vorschlagsfeldern geht das nicht, dort muss man bei jedem Anschlag neu lesen, was dasteht. Wie viel Zeit das am Ende spart, hängt von der Person ab und lässt sich nicht in Griffen zählen. Die genauen Messwerte stehen weiter unten.
Scripo Anchor hat 2 wichtige Ideen.
Idee 1: Sie schreiben mit Buchstaben.
Jedes Wort finden Sie über seinen ersten Buchstaben.
Die Taste sagt den Laut.
Zum Beispiel: mmm.
So lernen Sie jeden Tag Buchstaben und Laute.
Idee 2: Alles bleibt an seinem Platz.
Ihre Hand lernt den Weg zum Wort.
Oder Ihre Augen lernen den Weg.
Dann müssen Sie nicht mehr suchen.
Das geht mit jedem Mal schneller.
Beides zusammen macht Scripo Anchor schnell.
Ein Wort braucht meistens nur 2 Griffe.