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Warum Farben und Symbole

Von Lars Tiedemann, Dipl. Heilpädagoge · Stand:

Transparenzhinweis: AssistUK entwickelt selbst Vokabulare, die METACOM-Symbole und Wortartfarben nach Montessori verwenden – unter anderem Scripo Anchor. Dieser Text nennt sie als Beispiel und beziffert auch, wo diese Entscheidungen etwas kosten. Alle Messwerte zu eigenen Vokabularen sind mit den Werkzeugen des Projekts nachgerechnet; gemessene Vokabulare anderer Anbieter werden nicht namentlich genannt. Die Einordnung ist eine fachliche Einschätzung des Autors auf Basis der unten zitierten Literatur.

Wichtig zu wissen:
AssistUK macht selbst solche Vokabulare.
Wir schreiben hier auch, was daran schwierig ist.

Worum es geht

Zwei Dinge sieht man auf jeder Kommunikationsoberfläche sofort – und findet sie selten begründet: welche Bilder auf den Feldern stehen und welche Farbe ein Feld hat. Beides wirkt wie Geschmack. Beides ist eine Entscheidung mit Folgen.

In den Vokabularen von AssistUK fällt sie zweimal gegen die bequeme Antwort aus: Die Symbole stammen aus einer einzigen, gepflegten Sammlung – METACOM – statt aus eigenen Bildern. Und die Wortarten tragen die Farben des Montessori-Sprachmaterials, nicht die Farbkonvention, die in der Unterstützten Kommunikation sonst üblich ist.

Dieser Text nennt die Gründe für beide Entscheidungen – und was dagegen spricht. Wer eine Gestaltungsentscheidung nur mit Vorteilen begründen kann, hat sie noch nicht zu Ende gedacht.

Eine Reihenfolge steht dabei über allem und kommt weiter unten mehrfach wieder: Erst das Wort – braucht die Person es überhaupt? Dann der Platz – findet sie es wieder? Dann das Bild. Farbe und Symbol sind Gestaltung, nicht Inhalt. Sie können ein gutes Vokabular besser machen und ein schlechtes nicht retten.

Auf einem Sprach-Computer sind viele Felder.
Auf jedem Feld ist ein Bild.
Jedes Feld hat eine Farbe.

Hier steht:
Warum ist das so?

Wir schreiben auch,
was daran schwierig ist.

Das Wichtigste zuerst:
1. Braucht die Person das Wort?
2. Findet die Person das Wort wieder?
3. Erst dann kommt das Bild.

Warum eine Symbolsammlung und nicht eigene Bilder

Konsistenz schlägt Schönheit. Die am meisten unterschätzte Eigenschaft eines Symbols ist keine des einzelnen Bildes, sondern des Systems: Dasselbe Wort trägt dasselbe Zeichen – heute, morgen, auf der Papiertafel, im Gerät, im Wochenplan, in der Schule und zu Hause.

Jeder Symbolwechsel setzt den Lernstand zurück. Deshalb gilt der unromantische Satz: Ein mittelschönes, stabiles Symbol schlägt das schönere, das nächsten Monat anders aussieht.

Daraus folgt das Argument für eine etablierte, gepflegte Sammlung. METACOM (Annette Kitzinger) ist im deutschsprachigen Raum der De-facto-Standard, mit einer durchgehenden Gestaltungslogik über zigtausend Zeichen. Der Gegenentwurf – Fotos, Cliparts und drei Sammlungen gemischt – verlangt von der Person, für jedes Wort auch noch den Stil mitzulernen.

Bildnähe ist ein realer Startvorteil, kein Geschmack: Schon Mizuko (1987) zeigte, dass bildnähere Sammlungen von Dreijährigen deutlich leichter erkannt und gelernt wurden. Dada, Huguet und Bornman (2013) differenzieren das – der Kontext auf der Tafel spielt mit –, ohne es umzustoßen.

Für die eigenen Vokabulare kommt ein Argument hinzu, das selten jemand hat: Die einzige deutschsprachige Blickmessstudie zur Gestaltung von Kommunikationsrastern arbeitet mit METACOM-Symbolen (Römer 2024). Ihre Befunde zu Rastergröße und Hintergrundfarbe übertragen sich damit direkt, statt über eine fremde Sammlung geschätzt werden zu müssen.

Wie das abgesichert wird

Ein Vokabular sucht seine Symbole nicht Zelle für Zelle zusammen. In Scripo Anchor kommen sie aus zwei kuratierten Quellen – dem Quell-Seitenset und der Konzept-Datenbank, die TwinTalk und sechzehn weitere Vokabulare teilen. Der Bau gleicht beide gegeneinander ab und meldet jede Abweichung. Gemessen am 12.09.2026:

  • 4 430 Wörter im Set – und alle 4 430 tragen ein Symbol. Ein Wort ohne Bild kommt gar nicht erst in den Wortschatz; die Einstellung, die das erzwingt, steht in allen drei Rastergrößen fest.
  • 119 Abweichungen zwischen Seitenset und Datenbank hat der Bau gemeldet – sie stehen im Bericht, nicht stillschweigend im Set.
  • 43 Symbole sind von Hand übersteuert, jedes mit schriftlicher Begründung. Beispiel: Das Wort „nicht" trug ein Symbol, das eine Bewertung zeigt (Daumen runter) statt einer Verneinung.

Der Punkt daran ist nicht die Zahl, sondern das Verfahren: Symbolentscheidungen sind nachlesbar und veränderbar, statt in einer Datei zu versickern.

Ein Wort soll immer dasselbe Bild haben.
Jeden Tag.
Auf dem Papier und auf dem Gerät.
In der Schule und zu Hause.

Wenn das Bild sich ändert,
muss man das Wort neu lernen.

Darum nehmen wir eine fertige Sammlung.
Sie heißt METACOM.
Alle Bilder sind dort gleich gemacht.

In unserem Vokabular sind 4 430 Wörter.
Jedes Wort hat ein Bild.
Wir haben das am 12. September 2026 geprüft.

Bei 43 Wörtern haben wir das Bild getauscht.
Wir schreiben immer dazu, warum.

Was gegen METACOM spricht

METACOM ist lizenziert

Wer ein Vokabular mit diesen Symbolen nutzt, braucht die Lizenz für die Sammlung. Das ist der Preis dafür, dass jemand sie pflegt, erweitert und über Jahre stabil hält – und er ist echt. Eine frei verfügbare Sammlung hätte diesen Nachteil nicht; sie hätte dafür andere.

Kein Symbol ist kulturneutral

Durchschaubarkeit wohnt nicht im Bild, sondern im Betrachter (Huer 2000). Der Winkende, der in einem Land grüßt, wehrt woanders ab. Dasselbe gilt für Essen, Kleidung, Familienbilder und Gesten.

Praktisch heißt das nicht, dass jede Familie eine eigene Sammlung braucht. Es heißt hinschauen und nachfragen: Erkennt ihr das? Was seht ihr darin? Ein Symbol, das die Person anders liest als die Sammlung es meint, ist für sie das falsche – unabhängig davon, wie gut es gezeichnet ist.

Das Bild ist das dritte Glied, nicht das erste

Erst kommt das Wort, dann der Platz, dann das Bild. Eine schöne, konsistente Sammlung repariert kein Vokabular, dem die Wörter fehlen oder dessen Felder wandern. Wer eine Oberfläche nach dem Aussehen beurteilt, beurteilt die unwichtigste der drei Ebenen zuerst – und genau das passiert häufig, weil sie die einzige ist, die man ohne Erprobung sieht.

Es gibt auch Nachteile.

1. METACOM kostet Geld.
Man braucht eine Lizenz dafür.

2. Bilder bedeuten nicht überall dasselbe.
Ein Mensch winkt zum Gruß.
In einem anderen Land heißt das:
Geh weg!

Darum fragen Sie nach:
Was siehst du auf dem Bild?
Erkennst du das?

3. Das Bild ist nicht das Wichtigste.
Zuerst kommt das Wort.
Dann der Platz.
Erst dann das Bild.

Warum Farben für Wortarten

Zuerst die ehrliche Reihenfolge

Was gemessen wirkt, ist die Anordnung – nicht die Farbe. In genau der Aufgabe, für die Hintergrundfarben üblicherweise begründet werden – einen Satz aus mehreren Symbolen bauen –, machte die Ordnung nach Wortarten 52 Kinder signifikant schneller; die Hintergrundfarbe hatte keinen systematischen Effekt (Thistle & Wilkinson 2017).

Deshalb steht die Ordnung an erster Stelle: eine Ordnung je Seite, Farbgruppen an einem Stück statt in Leserichtung verteilt. Das ist der belegte Teil. Die Farbe kommt danach – und muss sich den Platz verdienen.

Warum Farbe hier trotzdem trägt

Die bekannte Zurückhaltung der internationalen Standortbestimmung gilt kleinen Rastern: Hintergrundfarbe nur mit Vorsicht, bei zwölf bis sechzehn Feldern für Kinder gar nicht (Light u. a. 2019). Die hier besprochenen Raster haben 40, 60 und 108 Felder.

Und für große Oberflächen zeigt die deutsche Blickmessstudie das Gegenteil: Im 5×10-Raster wurde der Satz mit farbigem Hintergrund deutlich schneller zusammengesetzt als auf Weiß; im kleinen Raster brachte die Farbe nichts (Römer 2024). Die Rastergröße entscheidet also, ob Farbe hilft – nicht die Überzeugung.

Fläche und Kante – warum beides

Seit November 2025 gibt es die erste Arbeit an der Zielgruppe selbst: 80 Schülerinnen und Schüler mit Intelligenzminderung (Römer 2026). Das Ergebnis ist unbequem und nützlich zugleich:

  • Hintergrundfarbe half den arbeitsgedächtnisstärkeren Teilnehmenden.
  • Rahmen halfen den schwächeren.
  • Weite Abstände zwischen den Feldern machten alle langsamer.

Daraus folgt kein Entweder-oder, sondern beides: Jede Wortart trägt eine getönte Fläche und eine Vollton-Kante. Wer mit der Fläche nichts anfangen kann, hat den Rahmen. Und die Felder stehen dicht, nicht luftig.

Forscher haben nachgemessen.
Das haben sie herausgefunden:

Am wichtigsten ist der Platz.
Alle Verben stehen zusammen.
Alle Nomen stehen zusammen.
Das hilft am meisten.

Die Farbe hilft auch.
Aber nur bei vielen Feldern.
Bei wenigen Feldern hilft sie nicht.

Manche Menschen sehen die Farbe nicht gut.
Darum hat jedes Feld auch einen Rand.
Der Rand hat eine kräftige Farbe.

Die Felder stehen dicht beieinander.
Wenn sie weit weg sind,
wird alles langsamer.

Warum Montessori und nicht Fitzgerald

Die ältere Konvention trug ursprünglich gar keine Farben

Der Fitzgerald-Schlüssel ist die ältere Ordnung. Edith Fitzgeralds Verfahren von 1926 arbeitete mit Spaltenüberschriften und Symbolen für die Wortarten – nicht mit Farben. Die Farben sind ihm später zugeschrieben worden. Genau deshalb kursieren bis heute mehrere, untereinander abweichende Zuordnungen unter demselben Namen. Wer „nach Fitzgerald" sagt, hat damit noch nicht gesagt, welche Farbe welche Wortart meint.

Der Montessori-Code steht im Unterricht

Ein Kind, das in einer Montessori-Gruppe lesen und schreiben lernt, kennt diese Farben aus dem Sprachmaterial. Für ein Vokabular, dessen Sinn genau der Anschluss an Schrift und Unterricht ist, ist das ein Argument, das kein eigenes Farbsystem der Unterstützten Kommunikation hat. (Das ist eine Einschätzung der Lage im Bildungsbereich, kein Befund – bei den Produkten der Unterstützten Kommunikation gilt eher das Gegenteil, siehe den nächsten Abschnitt.)

Bei Montessori hängt die Farbe an einer Form

Das ist der stärkere Teil des Arguments. Im Sprachmaterial ist ein Verb nicht „rot", sondern ein roter Kreis; das Nomen ist ein schwarzes Dreieck, das Verhältniswort ein grüner Halbmond. Das ist die zweite Kodierung – die, die trägt, wenn die Farbe es nicht tut: bei Farbsinnstörung, bei zerebraler Sehbeeinträchtigung, bei schlechtem Licht, an schlechten Tagen. Wer nur die Farbe übernimmt, übernimmt die halbe Kodierung.

Die zehn Wortartfarben: getönte Fläche, Vollton-Kante und das zugehörige Montessori-Sinnbild.
WortartFlächeKanteMontessori
Nomen#E2E2E2#111111schwarzes Dreieck
Fürwort#E4D6F3#7B3FB5violettes Dreieck
Eigenschaft#CCDBF2#1F4FA0blaues Dreieck
Artikel#D6EDF7#3E9CC4hellblaues Dreieck
Verb#F7D2D2#C4342Broter Kreis
Umstandswort#FBE0C4#E07B1Aoranger Kreis
Verhältniswort#D2E9D4#2F8B3Cgrüner Halbmond
Bindewort#FAD9E7#D14E85rosa Balken
sozial#F7EAB8#C79A00goldenes Schlüsselloch (Ausruf)
Fragewort#EBDFF7#9B6FC9– kennt Montessori nicht

Die letzte Zeile ist ehrlich gemeint: Für Fragewörter gibt das Montessori-Material keine eigene Form her. Die Farbe dort ist eine eigene Setzung, keine Übernahme.

Nachgemessen zum Kontrast: Über alle drei Rastergrößen liegt keine einzige Aufschrift unter 4,5:1. Für Blickbedienung gilt die schärfere Schwelle 7:1 – die unterschreiten je Raster rund 185 Aufschriften, aber keine davon auf einer Wortartfläche. Es sind andere Stile: der bewusst ausgegraute Navigationsknopf, weiße Schrift auf durchsichtigen Zellen über einem Hintergrundbild (dort misst die Prüfung gegen nichts und meldet vorsichtshalber) und weiße Schrift auf dem Grün der Grid-Oberfläche.

Es gibt zwei Farb-Systeme für Wortarten.

Ein System ist sehr alt.
Es heißt Fitzgerald.
Am Anfang hatte es gar keine Farben.
Heute weiß niemand genau,
welche Farbe zu welcher Wortart gehört.

Wir nehmen die Farben von Montessori.
Viele Kinder lernen so in der Schule.
Dann kennen sie die Farben schon.

Bei Montessori hat jede Wortart auch eine Form.
Ein Verb ist ein roter Kreis.
Ein Nomen ist ein schwarzes Dreieck.
Ein Wort wie „auf" ist ein grüner Halbmond.

Das ist gut so.
Manche Menschen sehen Farben nicht gut.
Dann hilft die Form.

Was gegen Farben spricht

Der stärkste Einwand steht schon oben

Gemessen wirkt die Anordnung, nicht die Farbe. Wer Farbe für den Wirkstoff hält, begründet die falsche Entscheidung – und investiert Aufwand an der Stelle, an der er am wenigsten bringt. Farbe ist hier eine zusätzliche Hilfe unter guten Bedingungen (großes Raster, ausreichender Kontrast), nicht der Grund, warum eine Oberfläche funktioniert.

Grün bedeutet hier etwas anderes als fast überall sonst

Das ist der teuerste Teil der Entscheidung. Grün heißt hier Verhältniswort – „auf", „unter", „neben". In den meisten anderen deutschsprachigen Seitensets heißt Grün Verb. Nachgemessen an drei ausgelieferten Vokabularen: Personen gelb, Verben grün, Eigenschaften blau – der Modified Fitzgerald Key, durchgehend.

Eine Assistenzkraft, die im Alltag zwischen zwei Systemen wechselt, wird von dieser Farbe also nicht nur im Stich gelassen, sondern in die falsche Richtung geschickt. Das ist schlechter als gar keine Farbe.

Das ist der Preis, und er ist bewusst bezahlt. Wer den Fitzgerald-Schlüssel braucht, bekommt ihn auf Anfrage: Die Farbwerte hängen an zehn Stilschlüsseln, nicht an den einzelnen Zellen. Ein Wechsel ist ein Tausch von zehn Wertepaaren und ein Neubau – kein Umbau des Vokabulars, und kein Wort wandert dabei von seinem Platz.

Farbe darf nie das einzige Merkmal sein

Das ist keine Einschränkung dieser Entscheidung, sondern jeder Farbentscheidung. Fläche, Kante, Position und Symbol tragen gemeinsam; wo ein Weg gemeint ist, trägt die Zelle zusätzlich eine Form. Eine Oberfläche, die ihre Bedeutung nur über Farbe transportiert, ist für Menschen mit Farbsinnstörung oder zerebraler Sehbeeinträchtigung um genau diese Information ärmer.

Es gibt auch Nachteile.

1. Die Farbe ist nicht das Wichtigste.
Der Platz ist wichtiger.
Das haben Forscher gemessen.

2. Grün heißt bei uns: Verhältniswort.
Zum Beispiel: auf, unter, neben.

Bei den meisten anderen heißt Grün: Verb.
Zum Beispiel: gehen, essen.

Das ist verwirrend.
Das wissen wir.
Wer die anderen Farben möchte,
kann danach fragen.

3. Farbe allein reicht nie.
Es gibt auch einen Rand.
Es gibt auch einen festen Platz.
Es gibt auch ein Bild.

Was das für die Praxis heißt

  1. Eine Sammlung, nicht drei. Wenn Papiertafel, Gerät, Wochenplan und Schulmaterial dasselbe Wort zeigen, soll dasselbe Bild darauf sein. Das ist der größte einzelne Gewinn – und er kostet nur Absprache.
  2. Nachfragen statt annehmen. „Erkennst du das? Was siehst du darin?" Ein Symbol, das die Person anders liest, ist für sie das falsche – egal, wie die Sammlung es gemeint hat. Solche Fälle gehören aufgeschrieben, nicht nur ausgetauscht.
  3. Erst das Wort, dann der Platz, dann das Bild. Wer ein Vokabular beurteilt oder auswählt, fängt nicht bei der Optik an. Die Frage lautet: Sind die Wörter da, die diese Person braucht – und bleiben sie, wo sie sind?
  4. Nicht nur die Farbe erklären. Die Wortart hat auch einen Rahmen und einen Platz. Wer die Farbe schlecht sieht, hat dann immer noch zwei Merkmale – aber nur, wenn ihm jemand gesagt hat, dass es sie gibt.
  5. Beim Wechsel zwischen Systemen auf Grün achten. Wer mit zwei Vokabularen arbeitet, sollte wissen, dass dieselbe Farbe dort Verschiedenes bedeutet. Ein Merkzettel am Gerät ist unelegant und verhindert Fehler.
  6. Nicht mitten im Jahr umfärben. Ein Farbwechsel ist eine Entscheidung von der Größenordnung eines Rasterwechsels: planbar, begründbar, mit Begleitung – und nicht zwei Änderungen gleichzeitig.

Das ist wichtig für den Alltag:

1. Nehmen Sie überall dieselben Bilder.
Auf dem Papier.
Auf dem Gerät.
In der Schule.

2. Fragen Sie die Person:
Erkennst du das Bild?

3. Schauen Sie zuerst auf die Wörter.
Dann auf die Plätze.
Erst dann auf die Bilder.

4. Erklären Sie auch den Rand.
Nicht nur die Farbe.

5. Passen Sie bei Grün auf.
Grün heißt nicht überall dasselbe.

6. Ändern Sie die Farben nicht einfach so.
Das ist eine große Änderung.

Positionslernen Vokabularorganisation

Quellenverzeichnis

  • Dada, S., Huguet, A. & Bornman, J. (2013). Der Kontext auf der Tafel verändert die Durchschaubarkeit desselben Symbols. Augmentative and Alternative Communication.
  • Fitzgerald, E. (1926). Straight Language for the Deaf. – Spaltenüberschriften und Symbole für die Wortarten; die Farben sind dem Verfahren erst später zugeschrieben worden.
  • Fuller, D. & Lloyd, L. (1991). Ikonizität in drei Graden: transparent, transluzent, opak.
  • Huer, M. B. (2000). Menschen verschiedener kultureller Herkunft deuten dieselben Symbole verschieden.
  • Light, J. u. a. (2019). Standortbestimmung zur Gestaltung von Kommunikationsoberflächen: Hintergrundfarbe nur mit Vorsicht, bei zwölf bis sechzehn Feldern für Kinder gar nicht. Augmentative and Alternative Communication. DOI: 10.1080/07434618.2018.1558283
  • Mizuko, M. (1987). Bildnähere Symbolsammlungen werden von Dreijährigen leichter erkannt und gelernt.
  • Römer, N. (2024). 58 Studierende, METACOM, Blickmessung: im 5×10-Raster farbig schneller als weiß, im kleinen Raster ohne Vorteil. Empirische Sonderpädagogik, 16(2), 122–136.
  • Römer, N. (2026). 80 Schülerinnen und Schüler mit Intelligenzminderung: Hintergrundfarbe half den arbeitsgedächtnisstärkeren, Rahmen den schwächeren, weite Abstände machten alle langsamer. DOI: 10.1080/07434618.2025.2567053
  • Thistle, J. J. & Wilkinson, K. (2017). Effects of background color and symbol arrangement cues on construction of multi-symbol messages by young children without disabilities: Implications for aided AAC design. Augmentative and Alternative Communication, 33(3), 160–169.
  • Kitzinger, A. METACOM-Symbolsammlung. metacom-symbole.de

Die Messwerte zu Scripo Anchor (4 430 Wörter, Symbolabgleich, Kontrastwerte) stammen aus den Prüfwerkzeugen des Projekts, nachgemessen am 12.09.2026, und sind keine externe Studie. METACOM, Grid sowie weitere genannte Produktnamen sind Marken bzw. Kennzeichen ihrer jeweiligen Inhaber; die Nennung erfolgt rein beschreibend.