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Lesen und Schreiben – Literacy-Förderung

Scripo Start · Scripo Anchor · Scripo Pro · AssistUK-Lizenz · Für Grid (iPad) und Grid (Windows)

Literacy-Förderung in den AssistUK-Vokabularen

Lesen und Schreiben ist für Menschen, die Unterstützte Kommunikation nutzen, kein Luxus – es ist ein grundlegendes Recht und eine transformative Fähigkeit. Scripo Start, Scripo Anchor und Scripo Pro verbinden symbolgestützte Kommunikation mit gezielter Literacy-Förderung – von Anfang an, nicht erst als zweiten Schritt.

  • Scripo Start – der Einstieg über Symbole; die Buchstaben kommen nach und nach dazu.
  • Scripo Anchor – das Schriftvokabular mit festen Plätzen: Jeder Weg zu einem Wort führt über seine Buchstaben, und kein Feld wechselt je die Stelle. Schnell beim Sagen, leicht zu lernen – unsere Empfehlung für alle, die mit Buchstaben schreiben wollen.
  • Scripo Pro – flexibel, mit Symbol- und Schriftebene und Wortvorhersage; dafür braucht es mehr Einarbeitung.

Das zentrale Konzept ist das alphabetische Prinzip: Buchstaben werden nicht als Vorbedingung vorausgesetzt – sie entstehen durch die Nutzung selbst. Wie im regulären Schriftspracherwerb prägen sich Pfade zu Wörtern durch wiederholte Nutzung motorisch ein. Buchstabenwissen ist das Ergebnis, nicht die Voraussetzung (vgl. Light & McNaughton, 2014; Erickson & Koppenhaver, 2020).

Lesen und Schreiben lernen ist wichtig.
Auch für Menschen, die einen Sprech-Computer nutzen.
Buchstaben lernt man durch Benutzen.
Man muss sie nicht vorher kennen.
Es gibt drei Vokabulare dafür:
Scripo Start, Scripo Anchor und Scripo Pro.
Scripo Anchor lernt man besonders leicht.

Scripo Start – Einstieg mit Literacy-Förderung

Scripo Start Screenshot 1 Scripo Start Screenshot 2 Scripo Start Screenshot 3

Das Einstiegsvokabular Scripo Start ist für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Es basiert auf dem Emergent-Literacy-Ansatz (vgl. Erickson & Koppenhaver, 2020): Buchstaben- und Schriftsprachkompetenz entsteht durch Erfahrungen im Alltag, nicht durch isoliertes Üben.

Inhalte von Scripo Start

  • Kernwortschatz: Die häufigsten Funktionswörter (ich, du, wir, haben, wollen, nicht, mehr, fertig, gehen) – sofort kommunizierbar.
  • Randwortschatz: Themenspezifische Wörter zu Essen, Tieren, Schule, Familie, Freizeit und mehr.
  • Thematische Seitensets mit fertigen Sätzen: Über 40 Themen mit vollständigen Sätzen und Kommentaren – sofort einsetzbar ohne Vorkenntnisse.
  • Kommentare: Direkt sprechbare Aussagen für Alltagssituationen (fragen, plaudern, kommentieren).
  • ICH-Buch: Persönliche Seiten zum Erzählen über sich selbst – Familie, Freunde, Hobbys.
  • ABC-Wörterbuch: 1.200+ Wörter nach Anfangsbuchstaben – als Lernwerkzeug für das alphabetische Prinzip.
  • Wortlisten: 2.700+ Wörter thematisch sortiert (Essen, Leute, Natur, Tätigkeiten...).

Rastergrößen

Scripo Start ist verfügbar in 4×6 (24 Felder), 5×8 (40 Felder) und 6×10 (60 Felder).

Scripo Start im Detail

Das Vokabular Scripo Start ist für Kinder, die anfangen zu lernen.
Es gibt viele Bilder und Wörter.
Man kann sofort damit sprechen.
Und man lernt dabei Buchstaben kennen.

Neu · Unsere Empfehlung für das Schreiben mit Buchstaben

Scripo Anchor – Schrift und fester Platz

Scripo Anchor auf dem iPad, Raster 6×10: die Startseite mit Fürwörtern, ja, nein und dem ABC Scripo Anchor, Raster 6×10: nach „Ich will e“ stehen oben Wörter mit E, die übrigen Buchstaben bleiben an ihrem Platz Scripo Anchor, Raster 6×10: Wörter mit H, dazwischen stehen die Buchstaben an derselben Stelle wie auf der Startseite Scripo Anchor, Raster 6×10: nach „Heute gehen“ alle Formen von „gehen“ auf einer Seite – Verb, Zeit und Nomen

Scripo Anchor ist das Schriftvokabular von AssistUK – für Menschen, die mit Buchstaben schreiben wollen, ob sie das Alphabet schon sicher haben oder gerade dabei sind, es zu lernen. Es verbindet zwei Dinge, die in der Unterstützten Kommunikation selten zusammenkommen: Jeder Weg zu einem Wort führt über seine Buchstaben – und kein Feld wechselt je die Stelle. Das Erste macht jeden Griff zu einer Begegnung mit Schrift. Das Zweite macht aus jedem Weg mit der Zeit eine eingeübte Bewegung.

Die Vorteile von Scripo Anchor

  • Leicht zu lernen – nichts wandert: Jeder Buchstabe steht auf jeder Seite in derselben Zelle, und jedes der 4 430 Wörter hat seinen festen Platz. Ein einmal gelernter Weg bleibt richtig. Wer nicht suchen muss, hat den Kopf frei für das, was gesagt werden soll (mehr dazu: Positionslernen).
  • Schnell beim Sagen – gut zwei Griffe je Wort: Im 6×10-Raster, gewichtet nach Gebrauchshäufigkeit, sind es 2,03 Griffe statt 5,78 Anschlägen beim reinen Buchstabieren; in ganzen Alltagssätzen gemessen 2,66. Und 81 Prozent dessen, was im Alltag gesagt wird, stehen schon nach dem ersten Buchstaben da.
  • Jeder Griff ist Schrift: Wer „Hund“ sagen will, wählt das h – und auf der Seite dahinter steht „Hund“ zwischen den anderen Wörtern mit h. So begegnet die Person der Schrift nicht nur in einer Übungsstunde, sondern jedes Mal, wenn sie etwas sagt.
  • Laute beim Tippen: Jede Buchstabentaste spricht ihren Laut, nicht den Buchstabennamen – „mmm“ statt „em“. Nach „b“ klingt das a als „ba“. So verbindet jeder Griff Buchstabe und Laut.
  • Teilwissen zählt sofort: Wer nur den Anlaut kennt, kommt damit schon auf die richtige Seite. Jeder neu gelernte Laut bringt mehr Wörter in Reichweite.
  • Keine Wortvorhersage – mit Absicht: Vorschlagsfelder wechseln nach jedem Anschlag ihren Inhalt; ein Platz, den man sich merken könnte, entsteht dort nicht. In Scripo Anchor gilt: Was dasteht, steht immer da, und die Person wählt.
  • Alle können helfen: Die Buchstaben stehen in der Reihenfolge des Alphabets, wie man sie in der Schule lernt. Eltern, Lehrkräfte und Assistenzkräfte müssen keine Symbolsammlung kennen – das ABC reicht.
  • Vollständig ausgestattet: METACOM-Symbol an jedem Wortfeld, Wortartfarben nach Montessori, rund 60 Themen mit Sätzen, die sofort gesprochen werden, Pronomen-Seiten mit den passenden Verbformen („ich bin müde“ sind drei Griffe) und ein Ich-Buch.

Scripo Anchor ersetzt keinen Unterricht und keinen Menschen, der begleitet – aber es sorgt dafür, dass die Schrift jeden Tag da ist.

Rastergrößen

Scripo Anchor ist verfügbar in 5×8 (40 Felder), 6×10 (60 Felder) und 9×12 (108 Felder). Alle drei tragen denselben Wortschatz – die Rastergröße ändert, wie viel gleichzeitig sichtbar ist, nicht, was sagbar ist. Das Vokabular gibt es nur auf Deutsch.

Scripo Anchor im Detail Warum feste Plätze?

Scripo Anchor ist ein Vokabular zum Schreiben mit Buchstaben.
Jeder Buchstabe steht immer an der gleichen Stelle.
Jedes Wort steht auch immer an der gleichen Stelle.
Nichts wandert.
So lernt man die Wege schnell.
Man sucht ein Wort über den ersten Buchstaben.
Meistens braucht man nur zwei bis drei Griffe für ein Wort.
Die Tasten sprechen den Laut.
So sieht und hört man jeden Tag Buchstaben und Wörter.
Das hilft beim Lesen-Lernen und Schreiben-Lernen.

Scripo Pro – flexibel, mit Symbol- und Schriftebene

Scripo Pro Screenshot 1 Scripo Pro Screenshot 2 Scripo Pro Screenshot 3

Scripo Pro ist das flexibelste Vokabular von AssistUK: Symbol- und Schriftebene stehen parallel bereit (Comprehensive-Literacy-Ansatz, vgl. Erickson & Koppenhaver, 2020), dazu Kernwortschatz, über 40 Themen, ein ABC-Wörterbuch mit 3.500+ Wörtern und Wortvorhersage. Verfügbar in 4×6, 5×8, 6×10 und 9×12.

Diese Flexibilität hat ihren Preis: Viele Wege zum selben Wort und Felder, deren Inhalt wechselt, wollen erst gelernt sein. Scripo Pro lässt sich deshalb nicht so schnell und leicht lernen wie Scripo Anchor. Es bleibt die richtige Wahl, wenn jemand frei zwischen Symbolen und Schrift wechseln möchte, mit Wortvorhersage arbeiten will, ein 4×6-Raster braucht (Scripo Anchor beginnt bei 5×8) – oder Scripo Pro bereits sicher nutzt.

Scripo Pro im Detail

Scripo Pro kann sehr viel.
Man kann Bilder und Buchstaben gleichzeitig nutzen.
Das Gerät schlägt auch Wörter vor.
Dafür muss man mehr lernen.
Scripo Anchor lernt man schneller.

Alphabetisches Prinzip – Buchstaben durch Nutzung

Das Alphabetische Prinzip ist das Herzstück der AssistUK-Literacy-Förderung. Es basiert auf einer einfachen, aber mächtigen Idee: Buchstaben werden durch Erfahrung gelernt, nicht als Voraussetzung.

Wie es funktioniert

  • Positionslernen (motorisches Lernen): Wenn die Person ein Wort sucht, navigiert sie über den Buchstaben, der das Wort beginnt. Dieser Pfad prägt sich durch wiederholte Nutzung motorisch ein – wie das Tippen auf einer Tastatur, die man jeden Tag benutzt.
  • Buchstabe – Laut – Wort: Der Anfangsbuchstabe eines Wortes wird erlebt, gesehen und gehört. So entsteht Buchstabenkenntnis auf natürliche Weise.
  • Am konsequentesten in Scripo Anchor: Dort steht jeder Buchstabe und jedes Wort immer an derselben Stelle, und jede Buchstabentaste spricht ihren Laut. So wird aus dem Weg zum Wort mit der Zeit eine eingeübte Bewegung (mehr dazu: Positionslernen).
  • Systemübergreifend übertragbar: Die erworbene alphabetische Kompetenz ist nicht an das System gebunden. Sie funktioniert auf Blick-ABC-Tafeln, Buchstabentafeln, normaler Tastatur, Handschrift und jedem anderen schriftbasierten Medium.
  • Alle können helfen: Eltern, Lehrkräfte, Mitschüler, Assistenzkräfte – alle kennen das Alphabet. Sie können Modelling leisten – ganz ohne Spezialschulung.

Forschungsbasis

Das Konzept basiert auf dem Emergent-Literacy-Ansatz (Erickson & Koppenhaver, 2020) und der Literacy-Forschung von Light & McNaughton (2014). Auch Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen können Buchstaben- und Schriftsprachkompetenz erwerben – wenn sie die passende Unterstützung und Lerngelegenheiten bekommen.

Weiterführende Informationen: Literacy und Unterstützte Kommunikation

Man sucht ein Wort über den ersten Buchstaben.
Das macht man viele Male.
So lernt man die Buchstaben kennen.
Ohne dass man sie vorher lernen muss.
Das kann man dann auch auf anderen Tafeln nutzen.

Downloads und Materialien

Hier kann man Anleitungen herunterladen.
Als PDF oder als ZIP-Datei.

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