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Was tue ich jetzt?

Von Lars Tiedemann, Dipl. Heilpädagoge · Stand: August 2026
Kein Ersatz für einen Erste-Hilfe-Kurs: Das hier ist eine Gedächtnisstütze für Menschen, die den Kurs gemacht haben – und ein Anlass, ihn zu machen. Im Zweifel immer die 112. Niemand wird dafür getadelt, zu früh angerufen zu haben.
Das hier ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.
Machen Sie so einen Kurs.
Im Zweifel rufen Sie die 112.
Zu früh anrufen ist nicht schlimm.

Was hier drinsteht

Diese Seite handelt von den Minuten, bevor der Rettungsdienst da ist – von dem, was eine Begleitperson tut, während Hilfe unterwegs ist.

Zu jedem Notfall gibt es ein Bild. Tippen Sie darauf, dann steht gross da, woran Sie ihn erkennen und was Sie tun. So lässt sich auch im Ernstfall schnell die richtige Stelle finden – und im Zweifel jemandem zeigen.

Zwanzig Lagen stehen hier. Drei davon betreffen Technik und Pflege – eine verlegte Kanüle, ein ausgefallenes Beatmungs-Gerät, eine herausgerutschte Sonde. Dafür findet man sonst kaum etwas in Einfacher Sprache.

Wichtig zu wissen

Wo „so wie Sie eingewiesen sind“ steht, ist das wörtlich gemeint: Eine Kanüle wechseln, von Hand beatmen oder ein Notfall-Medikament geben darf nur, wer dafür eingewiesen wurde. Diese Seite weist niemanden ein.

Hier stehen keine Dosierungen und keine Medikamenten-Empfehlungen. Was Sie geben, steht in Ihrem Notfallplan.

Hier steht, was Sie im Notfall tun können.
Bis der Rettungs-Dienst da ist.

Zu jedem Notfall gibt es ein Bild.
Tippen Sie auf das Bild.
Dann steht gross da, was zu tun ist.

Wichtig:
Manche Sachen darf nur machen,
wer dafür eingewiesen wurde.
Zum Beispiel: eine Kanüle wechseln.

Im Zweifel rufen Sie die 112.

Wenn Kreislauf oder Bewusstsein kippen

Prüfen und Rufen
  • Laut ansprechen, an der Schulter rütteln.
  • Keine Reaktion und keine normale Atmung? Dann 112 und Lautsprecher an.
  • Einzelne Schnappatmung ist keine normale Atmung.
Drücken
  • Beide Hände übereinander in die Mitte des Brustkorbs.
  • 100- bis 120-mal pro Minute, 5 bis 6 cm tief.
  • Nach jedem Druck den Brustkorb ganz zurückkommen lassen.
  • Weiterdrücken, bis der Rettungsdienst da ist.

Falsch machen kann man dabei fast nur eines: gar nichts tun.

Sprechen Sie die Person laut an.
Keine Antwort und keine Atmung?

Rufen Sie die 112.
Drücken Sie mit beiden Händen
auf die Mitte vom Brust-Korb.
Schnell und fest.
Hören Sie nicht auf,
bis der Rettungs-Dienst da ist.

Man kann fast nichts falsch machen.
Falsch ist nur: gar nichts tun.

Daran erkennen Sie es
  • Druck oder Schmerz hinter dem Brustbein, oft in den linken Arm ausstrahlend.
  • Atemnot, kalter Schweiß, Blässe, große Angst.
  • Bei Frauen häufiger anders: Übelkeit, Schmerzen im Ober-Bauch, im Rücken oder im Unterkiefer. Deshalb wird ein Infarkt bei Frauen später erkannt.
Das tun Sie
  • Sofort 112.
  • Oberkörper hoch lagern, beengende Kleidung öffnen.
  • Ruhe ausstrahlen und nicht allein lassen.
  • Die Haustür aufschließen oder jemanden zum Einweisen hinstellen.
  • Wenn die Person bewusstlos wird und nicht normal atmet: Wiederbelebung (unten).

Die Brust tut weh.
Das Atmen fällt schwer.
Die Person schwitzt und hat Angst.

Rufen Sie sofort die 112.
Setzen Sie die Person mit erhöhtem Oberkörper hin.
Bleiben Sie bei der Person.
Schließen Sie die Haus-Tür auf.

Daran erkennen Sie es
  • Ein Mundwinkel hängt herab, das Lächeln wird schief.
  • Ein Arm sinkt ab, wenn beide gehoben werden sollen.
  • Die Sprache ist verwaschen – oder sie ist ganz weg.
  • Dazu: plötzliche heftige Kopf-Schmerzen, Sehstörungen, Schluckbeschwerden, Taubheit auf einer Seite.
Das tun Sie
  • Sofort 112. Jede Minute zählt, die Behandlung ist zeitkritisch.
  • Merken Sie sich, wann es angefangen hat. Danach wird in der Klinik als Erstes gefragt.
  • Mit erhöhtem Oberkörper bequem lagern, gelähmte Teile polstern und zudecken.
  • Nichts zu essen und zu trinken geben – das Schlucken kann gestört sein.
  • Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage auf die gelähmte Seite.
  • Ruhe halten, dableiben, ansprechen.

Bei Menschen, die ohnehin nicht sprechen, fällt das dritte Zeichen weg. Dann zählen Gesicht, Arm und jede plötzliche Veränderung – im Zweifel 112.

Der Mund hängt auf einer Seite.
Ein Arm sinkt nach unten.
Die Sprache klingt komisch.

Rufen Sie sofort die 112.
Merken Sie sich die Uhrzeit.
Geben Sie nichts zu essen und zu trinken.

Daran erkennen Sie es
  • Kurz nach dem Auslöser: Quaddeln und Juckreiz auf der Haut.
  • Lippen, Zunge oder Hals schwellen an.
  • Atemnot, pfeifende Atmung, Enge im Hals.
  • Schwindel, Blasse, die Person wird schwach.
  • Oft grosse Angst – die gehört dazu.
Das tun Sie
  • Sofort 112 rufen. Nicht abwarten, ob es von allein besser wird.
  • Machen Sie den Auslöser weg: Stachel entfernen, Essen aus dem Mund nehmen.
  • Den Notfall-Pen geben, so wie Sie eingewiesen sind – in den äusseren Oberschenkel. Durch die Kleidung geht das.
  • Legen Sie die Person flach hin, die Beine hoch. Bei Atemnot lassen Sie sie lieber aufrecht sitzen.
  • Bleiben Sie da. Der zweite Pen bleibt griffbereit.

Immer 112 – auch wenn es nach dem Pen besser wird. Die Beschwerden können nach Stunden wiederkommen.

Die Haut juckt und wird rot.
Lippen oder Zunge schwellen an.
Das Atmen fällt schwer.

Rufen Sie sofort die 112.

Geben Sie den Notfall-Pen.
So wie Sie es gelernt haben.

Legen Sie die Person hin.
Die Beine kommen hoch.

Anfälle und Unterzucker

Daran erkennen Sie es
  • Der Körper versteift sich, Arme und Beine zucken.
  • Die Person stürzt und ist nicht ansprechbar.
  • Manchmal nur Abwesenheit: der Blick geht ins Leere.
Das tun Sie
  • Auf die Uhr sehen. Die Dauer ist die wichtigste Information – für Sie und für den Notarzt.
  • Den Kopf polstern, Brille abnehmen, Enges am Hals lösen, Gefährliches wegräumen.
  • Nichts in den Mund schieben. Niemand verschluckt die Zunge; ein Gegenstand im Mund verletzt.
  • Nicht festhalten. Das stoppt keinen Anfall und verletzt beide.
  • Danach in die stabile Seitenlage und dableiben, bis die Person wieder ganz da ist. Sie wird verwirrt und müde sein – das gehört dazu.

112 rufen, wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert, wenn gleich der nächste folgt, wenn es der erste Anfall ist, wenn die Person sich verletzt hat oder nach dem Anfall schlecht Luft bekommt.

Schauen Sie auf die Uhr.
Legen Sie etwas Weiches unter den Kopf.
Nehmen Sie die Brille ab.
Räumen Sie gefährliche Sachen weg.

Stecken Sie nichts in den Mund.
Halten Sie die Person nicht fest.

Danach: stabile Seitenlage.
Bleiben Sie da.

Rufen Sie die 112:
wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert.
Oder wenn gleich noch einer kommt.
Oder wenn es der erste Anfall ist.

Daran erkennen Sie es
  • Ein Anfall dauert länger als fünf Minuten.
  • Oder der nächste folgt sofort, ohne dass die Person dazwischen wach wird.
  • Die Atmung bleibt schwer, die Lippen färben sich.
Das tun Sie
  • Auf die Uhr sehen und 112 rufen.
  • Wie beim einzelnen Anfall: Polstern Sie den Kopf und räumen Sie Gefährliches weg.
  • Nichts in den Mund. Nicht festhalten.
  • Das Notfall-Medikament geben, so wie es im Notfallplan steht und so wie Sie eingewiesen sind.
  • Schreiben Sie die Zeiten auf: Beginn, Gabe, Ende. Der Notarzt fragt danach.

Immer 112 – auch wenn Anfälle sonst bekannt sind. Eine Serie ist etwas anderes als ein einzelner Anfall.

Der Anfall dauert länger als 5 Minuten.
Oder der nächste kommt sofort.

Schauen Sie auf die Uhr.
Rufen Sie die 112.

Geben Sie das Notfall-Medikament.
So wie es im Notfall-Plan steht.
Und so wie Sie es gelernt haben.

Daran erkennen Sie es
  • Zittern, Schwitzen, Blässe, Herzklopfen, Heißhunger.
  • Plötzliche Verwirrtheit, Gereiztheit oder Aggression – das wird oft für Verhalten gehalten und ist keines.
  • Betrifft vor allem Menschen, die Insulin spritzen oder bestimmte Diabetes-Tabletten nehmen.
Das tun Sie
  • Solange die Person wach ist und sicher schlucken kann: Traubenzucker, Saft oder gezuckerte Limonade – keine Light-Getränke.
  • Danach etwas Brot oder eine Banane, damit es nicht gleich wieder abfällt.
  • Dabeibleiben und beobachten, ob es besser wird.
  • Bei Bewusstlosigkeit oder Schluckstörung: nichts in den Mund geben. Stabile Seitenlage und 112.

Wer eine Schluckstörung hat, darf auch im Wachzustand nichts Flüssiges bekommen, ohne dass die Sicherheit geklärt ist. Was hier gilt, gehört vorher mit der Ärztin besprochen und aufgeschrieben.

Die Person zittert und schwitzt.
Oder sie wird plötzlich verwirrt.
Oder plötzlich wütend.

Wenn die Person wach ist:
Geben Sie Traubenzucker oder Saft.
Danach etwas Brot.

Wenn die Person schläft:
Geben Sie nichts in den Mund.
Rufen Sie die 112.

Atmen und Schlucken

Daran erkennen Sie es
  • Plötzlicher Husten beim Essen, Greifen an den Hals.
  • Kein Ton mehr, kein Husten, blaue Lippen – dann ist der Weg verlegt.
  • Bei Schluckstörung auch leise: Verschlucken ohne Husten („stille Aspiration“). Zeichen sind feuchte, gurgelnde Stimme und Fieber Tage später.
Das tun Sie
  • Solange gehustet wird: husten lassen. Das ist die wirksamste Kraft, die es gibt.
  • Wenn nicht mehr gehustet wird: Oberkörper nach vorn beugen – im Rollstuhl geht das im Sitzen – und bis zu fünf Schläge zwischen die Schulterblätter, nach jedem prüfen.
  • Hilft das nicht: bis zu fünf Oberbauch-Kompressionen (Heimlich-Handgriff), dann wieder Schläge – im Wechsel.
  • 112 rufen, wenn es nicht sofort gelingt. Bei Bewusstlosigkeit: Wiederbelebung.

Nach jedem Verschlucken mit Atemnot gehört die Person zur Ärztin – auch wenn es gut ausgegangen ist. Aus verschluckter Nahrung wird eine Lungen-Entzündung.

Wenn die Person hustet:
Lassen Sie sie husten.

Wenn sie nicht mehr husten kann:
Beugen Sie den Oberkörper nach vorn.
Schlagen Sie 5-mal zwischen die Schulterblätter.
Dann 5-mal auf den Ober-Bauch drücken.
Und wieder von vorn.

Rufen Sie die 112.

Daran erkennen Sie es
  • Schnelle, flache Atmung, Pfeifen beim Ausatmen.
  • Die Person spricht nur noch in kurzen Stücken oder einzelnen Wörtern.
  • Lippen und Fingernägel werden bläulich.
  • Unruhe und Angst – oft das erste Zeichen.
Das tun Sie
  • Setzen Sie die Person aufrecht hin, den Ober-Körper nach vorn, die Arme aufgestützt.
  • Öffnen Sie enge Kleidung und machen Sie das Fenster auf.
  • Sprechen Sie ruhig und atmen Sie langsam mit. Hektik macht es schlimmer.
  • Das eigene Spray geben, so wie Sie eingewiesen sind.
  • Sauerstoff nur, wenn er verordnet ist – und wie verordnet.

112 bei blauen Lippen, wenn nur noch einzelne Wörter gehen, wenn das Spray nicht wirkt oder wenn die Atemnot zum ersten Mal auftritt.

Das Atmen geht schwer.
Es pfeift beim Ausatmen.
Die Person kann kaum sprechen.

Setzen Sie die Person auf.
Der Ober-Körper geht nach vorn.
Die Arme stützen sich ab.

Machen Sie das Fenster auf.
Geben Sie das Spray.
So wie Sie es gelernt haben.

Sind die Lippen blau? Rufen Sie die 112.

Daran erkennen Sie es
  • Die Atmung rasselt, pfeift oder ist plötzlich sehr leise.
  • Die Person bekommt schlecht Luft und wird unruhig.
  • Lippen und Haut werden blass oder bläulich.
  • Das Beatmungs-Gerät alarmiert.
  • Beim Absaugen kommt nichts oder es geht nicht durch.
Das tun Sie
  • Sprechen Sie die Person ruhig an und bleiben Sie da.
  • Saugen Sie ab, so wie Sie eingewiesen sind.
  • Hilft das nicht: Kanüle wechseln, so wie Sie eingewiesen sind. Die Ersatz-Kanüle liegt immer griffbereit.
  • Geben Sie Sauerstoff nach Anweisung.
  • Bessert sich die Atmung nicht, rufen Sie die 112.

112, wenn Absaugen und Wechsel die Atmung nicht bessern – oder wenn Sie unsicher sind. Wechseln darf nur, wer eingewiesen ist.

Manche Menschen atmen durch ein Rohr am Hals.
Das Rohr kann verstopfen.

Dann rasselt die Atmung.
Die Person bekommt schlecht Luft.

Benutzen Sie das Absaug-Gerät.
So wie Sie es gelernt haben.

Hilft das nicht: Wechseln Sie die Kanüle.
Nur wenn Sie das gelernt haben.

Wird es nicht besser: Rufen Sie die 112.

Daran erkennen Sie es
  • Das Gerät alarmiert oder wird still.
  • Die Atmung passt nicht mehr zum Gerät.
  • Die Person wird unruhig, die Lippen färben sich.
Das tun Sie
  • Erst die Person ansehen, dann das Gerät. Der Alarm sagt nicht, wie es der Person geht.
  • Prüfen Sie den Schlauch: abgeknickt, abgerutscht, Wasser darin?
  • Auf den Beatmungs-Beutel wechseln und von Hand beatmen, so wie Sie eingewiesen sind.
  • Holen Sie Ersatz-Gerät und geladenen Akku. Prüfen Sie den Strom.
  • Beutel, Ersatz-Gerät und Akku gehören immer ans Bett.

112, sobald von Hand beatmet werden muss – auch wenn es gut geht.

Das Beatmungs-Gerät piept.
Oder es ist plötzlich still.

Schauen Sie zuerst die Person an.
Dann das Gerät.

Ist der Schlauch geknickt?
Ist der Schlauch ab?

Beatmen Sie mit dem Beutel.
So wie Sie es gelernt haben.

Rufen Sie die 112.

Stürze und Verletzungen

Daran erkennen Sie es
  • Die Person liegt am Boden und kommt nicht allein hoch.
  • Schmerzen in Hüfte, Bein oder Arm; ein Bein wirkt verdreht oder kürzer.
  • Am Kopf aufgeschlagen: Beule, Übelkeit, Erinnerungslücke.
Das tun Sie
  • Nicht hochziehen. Erst fragen, dann schauen.
  • Decken Sie die Person zu, polstern Sie den Kopf, bleiben Sie da.
  • Wenn Aufstehen geht: langsam über die Seite, mit einer Pause im Sitzen.
  • Nach einem Schlag auf den Kopf 24 Stunden aufmerksam bleiben.
  • Wer blutverdünnende Medikamente nimmt, gehört nach einem Kopf-Sturz ärztlich angesehen – auch wenn nichts weh tut.

112 bei Verdacht auf einen Bruch, bei Kopf-Verletzung mit Erbrechen oder Verwirrtheit, bei Bewusstlosigkeit – oder wenn niemand da ist, der sicher hebt.

Die Person liegt am Boden.
Ziehen Sie die Person nicht hoch.

Fragen Sie zuerst: Wo tut es weh?
Decken Sie die Person zu.
Bleiben Sie da.

Tut der Person die Hüfte weh? Rufen Sie die 112.

Hat die Person den Kopf angeschlagen?
Dann passen Sie einen Tag lang gut auf.

Daran erkennen Sie es
  • Die Person liegt neben dem Rollstuhl, der Stuhl ist gekippt.
  • Schmerzen, verdrehte Arme oder Beine.
  • Bei Osteoporose bricht schon wenig Kraft einen Knochen – auch ohne sichtbare Verletzung.
Das tun Sie
  • Heben Sie die Person nicht allein hoch.
  • Sprechen Sie die Person an, decken Sie sie zu, polstern Sie den Kopf.
  • Fragen, wo es weh tut, und ob sich alles bewegen lässt.
  • Wenn gehoben werden muss: mit dem Lifter oder zu mehreren, so wie Sie eingewiesen sind.
  • Den Rollstuhl auf Schäden prüfen, bevor die Person zurück hineinkommt.

112 bei Verdacht auf einen Bruch, bei Kopf-Verletzung, bei Bewusstlosigkeit – oder wenn niemand da ist, der sicher hebt.

Die Person ist aus dem Rollstuhl gefallen.

Heben Sie die Person nicht allein hoch.

Sprechen Sie mit der Person.
Decken Sie sie zu.

Holen Sie Hilfe zum Heben.
Oder den Lifter.

Prüfen Sie den Rollstuhl.
Bei starken Schmerzen: die 112.

Daran erkennen Sie es
  • Blut läuft stetig oder spritzt im Takt des Herzschlags.
  • Die Kleidung durchtränkt sich schnell.
  • Die Person wird blass, friert, wird unruhig oder müde.
Das tun Sie
  • Ziehen Sie Handschuhe an, wenn welche da sind.
  • Fest drücken – mit einem sauberen Tuch, direkt auf die Stelle.
  • Halten Sie den Arm oder das Bein der Person hoch.
  • Nicht nachsehen, ob es noch blutet. Weiterdrücken.
  • Blutet es durch: zweites Tuch obendrauf. Das erste bleibt liegen.
  • Decken Sie die Person zu, legen Sie sie hin, bleiben Sie da.

Bei starker Blutung immer 112.

Es blutet stark.
Ziehen Sie Handschuhe an.

Drücken Sie fest auf die Stelle.
Nehmen Sie ein sauberes Tuch.

Heben Sie den Arm oder das Bein der Person hoch.

Schauen Sie nicht nach.
Drücken Sie weiter.

Rufen Sie die 112.

Daran erkennen Sie es
  • Rote, schmerzende Haut; später Blasen.
  • Tiefe Verbrennungen sehen weiss oder ledrig aus – und tun oft nicht weh. Das ist ein schlechtes Zeichen, kein gutes.
  • Bei Verbrühung: die Kleidung hält die Hitze fest.
Das tun Sie
  • Hitzequelle weg. Getränkte Kleidung vorsichtig entfernen – aber nichts, was festklebt.
  • Kühlen mit fliessendem, kühlem Wasser, 10 bis 20 Minuten, nur die betroffene Stelle.
  • Kein Eis. Und nie den ganzen Körper kühlen – wer sich wenig bewegt, kühlt sonst aus.
  • Nichts drauftun: keine Salbe, kein Mehl, kein Öl.
  • Lassen Sie Brand-Blasen zu und decken Sie sie locker ab.

112 bei grossen Flächen, im Gesicht, an Händen, Gelenken oder im Schritt, bei Kindern, und immer bei Verbrennung durch Strom oder Chemie.

Die Haut ist rot und tut weh.
Machen Sie die Hitze weg.

Kühlen Sie mit Wasser.
10 bis 20 Minuten.
Nur die Stelle. Nicht den ganzen Körper.

Kein Eis.
Tun Sie nichts auf die Haut.
Keine Salbe. Kein Öl.

Ist die Fläche gross? Rufen Sie die 112.

Gift, Hitze und Kälte

Daran erkennen Sie es
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauch-Schmerzen, Schwindel, Verwirrtheit.
  • Eine offene Packung, eine Flasche oder Pflanzenteile in der Nähe.
  • Bei Ätzendem: Schmerzen in Mund und Hals, Speichelfluss.
Das tun Sie
  • Den Giftnotruf anrufen. Die Nummer Ihrer Region gehört vorher ans Telefon.
  • Kein Erbrechen auslösen. Kein Salzwasser, keine Milch.
  • Höchstens Wasser in kleinen Schlucken, wenn die Person wach ist.
  • Packung, Flasche oder Pflanzenteil aufheben und bereitlegen.
  • Merken Sie sich Uhrzeit und Menge.

112 bei Bewusstlosigkeit, Krampf oder Atemnot. Sonst zuerst der Giftnotruf – dort wird gesagt, was zu tun ist.

Die Person hat etwas Falsches geschluckt.
Ihr wird übel.

Rufen Sie den Gift-Notruf an.
Die Nummer klebt am Telefon.

Lösen Sie kein Erbrechen aus.
Geben Sie keine Milch.

Heben Sie die Packung auf.

Wacht die Person nicht auf? Rufen Sie die 112.

Daran erkennen Sie es
  • Zu heiss: heisse rote Haut, Kopf-Schmerz, Übelkeit, Verwirrtheit – und kein Schwitzen mehr.
  • Zu kalt: Zittern, das aufhört; Teilnahmslosigkeit; kalte, blasse Haut.
  • Wer sich wenig bewegt oder eine Querschnittlähmung hat, regelt die Temperatur schlechter – und merkt es später.
Das tun Sie
  • Zu heiss: Bringen Sie die Person in den Schatten, legen Sie sie flach hin, öffnen Sie die Kleidung, legen Sie kühle Tücher in Nacken und Leisten und lassen Sie sie in kleinen Schlucken trinken.
  • Zu kalt: Bringen Sie die Person ins Warme, ziehen Sie nasse Kleidung aus, wickeln Sie sie in Decken und lassen Sie sie warmes Süsses trinken.
  • Nicht reiben und nicht heiss baden – das treibt kaltes Blut nach innen.

112 bei Verwirrtheit, bei Bewusstlosigkeit – und wenn das Zittern aufhört, obwohl es kalt bleibt.

Zu heiss: Die Haut ist heiss und rot.
Der Kopf tut weh.

Gehen Sie in den Schatten.
Legen Sie kühle Tücher auf.

Zu kalt: Die Person zittert.
Hört das Zittern auf, ist es schlimm.

Gehen Sie ins Warme.
Ziehen Sie nasse Kleidung aus.
Wickeln Sie die Person in Decken.

Ist die Person verwirrt? Rufen Sie die 112.

Wenn Technik und Pflege klemmen

Daran erkennen Sie es
  • Die Sonde liegt aussen, die Halteplatte sitzt nicht mehr an.
  • Aus der Stelle tritt Flüssigkeit aus, die Kleidung wird feucht.
  • Manchmal fällt es erst beim nächsten Anhängen auf.
Das tun Sie
  • Nichts wieder hineinschieben.
  • Nichts über die Sonde geben – kein Essen, kein Wasser, keine Medikamente.
  • Decken Sie die Stelle mit einem sauberen Verband ab.
  • Heben Sie die Sonde auf und nehmen Sie sie mit.
  • Die Uhrzeit merken. Der Kanal zieht sich innerhalb weniger Stunden zusammen – danach ist ein neuer Eingriff nötig.

Rasch in die Klinik oder zur behandelnden Praxis. 112 bei Schmerzen, Blutung oder wenn es der Person schlecht geht.

Manche Menschen haben eine Sonde am Bauch.
Die Sonde ist herausgerutscht.

Schieben Sie nichts hinein.
Geben Sie nichts über die Sonde.

Decken Sie die Stelle ab.
Nehmen Sie die Sonde mit.

Merken Sie sich die Uhrzeit.
Fahren Sie schnell zur Ärztin.

Daran erkennen Sie es
  • Es läuft kein Urin mehr in den Beutel.
  • Druck oder Schmerz im Unterbauch, die Blase ist zu tasten.
  • Unruhe, Schwitzen – manchmal das einzige Zeichen.
  • Bei Querschnittlähmung: pochender Kopf-Schmerz und hoher Blutdruck.
Das tun Sie
  • Den Schlauch auf Knicke prüfen – auch unter dem Bein und am Rollstuhl.
  • Hängen Sie den Beutel tiefer als die Blase der Person.
  • Ändern Sie die Lage der Person.
  • Nicht ziehen. Nicht selbst spülen, ausser Sie sind genau dazu eingewiesen.
  • Rufen Sie den Pflegedienst oder die Praxis an.

112 bei starken Schmerzen, bei Fieber – und bei Zeichen einer autonomen Dysreflexie.

Manche Menschen haben einen Schlauch für den Urin.

Es kommt kein Urin mehr.
Der Bauch drückt.

Schauen Sie: Ist der Schlauch geknickt?
Hängen Sie den Beutel tiefer.
Ändern Sie die Lage.

Ziehen Sie nicht am Schlauch.
Rufen Sie den Pflege-Dienst an.

Daran erkennen Sie es
  • Betrifft Menschen mit Querschnittlähmung oberhalb des sechsten Brustwirbels.
  • Plötzlicher pochender Kopf-Schmerz, roter Kopf, Schwitzen oberhalb der Lähmung, Gänsehaut.
  • Hoher Blutdruck, langsamer Puls.
  • Der Auslöser sitzt fast immer unterhalb: volle Blase, voller Darm, eine Druckstelle, zu enge Kleidung.
Das tun Sie
  • Setzen Sie die Person sofort aufrecht hin, die Beine nach unten.
  • Öffnen Sie alles, was drückt: Gurte, Bauchbinde, Strümpfe, Schuhe.
  • Katheter und Schlauch prüfen – die volle Blase ist der häufigste Grund.
  • Messen Sie den Blutdruck, wenn ein Gerät da ist.
  • Sagen Sie dem Rettungsdienst das Wort „autonome Dysreflexie“. Es ist wenig bekannt und ändert die Behandlung.

112, wenn der Kopf-Schmerz bleibt oder der Blutdruck hoch bleibt. Das ist ein Notfall – unbehandelt kann er zum Schlag-Anfall führen.

Das betrifft Menschen mit Querschnitt-Lähmung.

Der Kopf tut plötzlich stark weh.
Das Gesicht wird rot.
Der Blutdruck steigt.

Setzen Sie die Person aufrecht hin.
Öffnen Sie alles, was drückt.
Schauen Sie nach dem Katheter.

Rufen Sie die 112.
Sagen Sie: autonome Dysreflexie.

Wie diese Seite gemacht ist

Die Texte sind in Einfacher Sprache: kurze Sätze, ein Gedanke pro Zeile. Sie beschreiben den üblichen Ablauf. Im Einzelfall kann es anders sein – und Ihr Notfallplan geht immer vor.

Die Bilder zeigen absichtlich die helfende Handlung, nicht das Leiden: zwei Hände auf einem Brustkorb statt einer Person am Boden. Ein Bild, das erschreckt, hilft im Notfall nicht – es lähmt.

Sechs der zwanzig Notfälle standen vorher auf der Seite Notfall und Assistenz und sind hierher umgezogen. Dort geht es weiter um das, was vorher geregelt wird: der stille Notruf, die Notfallkarte, Notfallwörter auf dem Gerät und was gilt, wenn die Assistenz ausfällt.

Diese Seite ist keine ärztliche Beratung und kein Erste-Hilfe-Kurs.

Die Texte sind in Einfacher Sprache.
Kurze Sätze. Ein Gedanke pro Zeile.

Die Bilder zeigen die Hilfe.
Nicht das Leiden.
Kein Blut. Keine Angst.

Diese Seite ist kein Erste-Hilfe-Kurs.

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