Für UK-Nutzende
Informationen für Menschen, die mit Unterstützter Kommunikation kommunizieren – in jedem Alter
Sie nutzen schon Unterstützte Kommunikation oder möchten damit starten? Hier finden Sie Werkzeuge, Wissen und Beratungsangebote für diesen Weg.
Sie nutzen schon Unterstützte Kommunikation?
Oder Sie möchten mit Unterstützter Kommunikation anfangen?
Hier finden Sie Hilfe für diesen Weg.
In anderen Ländern gelten andere Regeln.
Die Geräte und Apps kann man überall benutzen.
Was ist Unterstützte Kommunikation?
Unterstützte Kommunikation ist ein Fachgebiet, das Menschen hilft zu kommunizieren – unabhängig davon, ob sie sprechen können oder nicht. Unterstützte Kommunikation ist nicht eine einzige Lösung, sondern eine ganze Palette von Möglichkeiten:
- Symboltafeln und Gebärden: Einfache, visuelle Möglichkeiten, sich auszudrücken
- Sprachcomputer (Grid): Software auf Tablet oder Computer, die aus Symbolen oder Text spricht
- Augensteuerung: Eine Lösung für Menschen, die ihre Hände nicht bewegen können
- Schriftbasierte Kommunikation: ABC-Tafeln und Literacylösungen für Menschen, die schreiben können
- Nachrichten-Apps und digitale Tools: Alltags-Apps, angepasst für UK-Nutzende
Das Wichtigste: Unterstützte Kommunikation ist nicht statt Sprache – Unterstützte Kommunikation ist neben Sprache. Sie unterstützen sich gegenseitig.
Unterstützte Kommunikation ist eine Hilfe zum Reden.
Es gibt viele Arten von Unterstützter Kommunikation:
- Bilder und Symbole
- Gebärden mit den Händen
- Ein Sprach-Computer mit Bildern
- Augen-Steuerung
- Schreiben auf einer Tafel
- Apps auf dem Handy
Unterstützte Kommunikation hilft beim Reden.
Unterstützte Kommunikation ist nicht statt Reden.
Unterstützte Kommunikation ist zusammen mit Reden.
Wie bekomme ich ein Kommunikationshilfsmittel?
Wenn Sie ein Sprachcomputer-System oder ein anderes Kommunikationshilfsmittel benötigen, gibt es einen klaren Weg zur Kostenerstattung durch die Krankenkasse. So funktioniert der Prozess:
- Beratung: Nele Diercks und Lars Tiedemann beraten Kinder und ihre Familien gemeinsam vor Ort in Freiburg – in der heilpädagogischen Praxis kommunikation+. Der erste Termin zum Kennenlernen ist unverbindlich, niedrigschwellig und kostenlos; gemeinsam besprechen wir die weiteren Schritte. Online ist das nur sehr begrenzt und für konkrete Einzelfragen möglich. Wohnortnahe Beratung bieten die UK-Beratungsstellen über die GesUK.
- Versorger & Erprobung: Für die Versorgung wenden Sie sich an einen Hilfsmittelversorger – z. B. REHAVISTA und deren Partnerfirmen oder andere Firmen. Ob eine Teststellung zum Ausprobieren möglich ist, klären Sie direkt mit dem Versorger. Auch zur Beratung rund um Grid mit den AssistUK-Inhalten wenden Sie sich an REHAVISTA und deren Partnerfirmen.
- Ärztliche Verordnung: Ihr Arzt oder Ihre Ärztin stellt ein Rezept aus (budgetneutral für die Arztpraxis; für Sie fällt höchstens die gesetzliche Zuzahlung an).
- Antragstellung: Der Versorger stellt den Antrag bei Ihrer Krankenkasse mit medizinischer Begründung.
- Genehmigung: Die Krankenkasse hat eine Frist von 3–5 Wochen zur Überprüfung.
- Lieferung und Einrichtung: Der Versorger liefert das Hilfsmittel und richtet es ein. Ein Termin zur Schulung kann vereinbart werden.
Dauer: Im günstigen Fall etwa 5–8 Wochen vom ersten Kontakt, bis das Hilfsmittel einsatzbereit ist – häufig 2–4 Monate, je nach Erprobung, Prüfung durch den Medizinischen Dienst und ggf. Widerspruch.
So bekommen Sie ein Sprach-Gerät:
- Beratung: Nele Diercks und Lars Tiedemann beraten Kinder in Freiburg. Das erste Gespräch kostet nichts. Es ist einfach und unverbindlich. In Ihrer Nähe helfen auch UK-Beratungs-Stellen.
- Firma: Eine Hilfsmittel-Firma hilft Ihnen weiter. Vielleicht können Sie das Gerät vorher ausprobieren.
- Rezept: Der Arzt schreibt ein Rezept.
- Antrag: Die Hilfsmittel-Firma stellt den Antrag bei der Kranken-Kasse.
- Entscheidung: Die Kranken-Kasse sagt ja oder nein. Das dauert 3 bis 5 Wochen.
- Lieferung: Sie bekommen Ihr Gerät. Die Firma zeigt Ihnen, wie es funktioniert.
Alles zusammen dauert oft einige Wochen.
Manchmal dauert es auch einige Monate.
Welche Möglichkeiten gibt es?
Je nach Fähigkeiten, Alter und Lebenssituation gibt es verschiedene Lösungen:
Es gibt verschiedene Möglichkeiten.
Für jede Person gibt es eine passende Lösung.
Symboltafeln
Einfache Kommunikationshilfen mit Bildern oder Symbolen. Ideal für den Anfang oder als Ergänzung.
Das sind Tafeln mit Bildern oder Symbolen.
Sie sind gut für den Anfang.
Sprachcomputer (Grid)
Software mit Symbolen oder Text, die spricht. Läuft auf iPad oder Windows-Computer. Für viele Menschen ein starker Weg zu schneller und detaillierter Kommunikation.
Ein Sprach-Computer spricht für Sie.
Sie tippen auf Bilder oder schreiben Wörter.
Das Programm heißt Grid.
Schriftbasierte Kommunikation
ABC-Tafeln und Literacylösungen. Für Menschen, die lesen und schreiben können.
Sie können lesen und schreiben?
Dann können Sie mit ABC-Tafeln kommunizieren.
Apps und Digital-Tools
Spiele, Kreatives und Alltags-Apps, speziell für UK-Nutzende angepasst.
Es gibt auch Spiele und Apps.
Die Apps sind extra für Unterstützte Kommunikation gemacht.
Vokabular-Finder
Unser Tool hilft Ihnen, das passende Vokabular für Grid zu finden – je nach Alter, Fähigkeiten und Interessen.
Der Vokabular-Finder hilft Ihnen.
Er findet das passende Vokabular für Sie.
Für jedes Alter
Unterstützte Kommunikation ist eine Lösung für alle Lebensphäsen. Egal, wie alt Sie sind oder wie lange Sie schon nicht sprechen – es ist nie zu spät, anzufangen.
Kinder
Unterstützte Kommunikation von Anfang an. Mit spielerischen Ansätzen, Emergent-Literacy-Konzepten und viel Freude. Der Kontakt zu anderen Kindern mit Unterstützter Kommunikation ist wertvoll.
Jugendliche
Unterstützte Kommunikation in der Schule, Inklusion, Selbstständigkeit und eigene Stimme. Social Media, Freundschaften und Identität sind wichtig. Unterstützte Kommunikation hilft dabei, in der Peer-Group mitgestalten zu können.
Erwachsene
Unterstützte Kommunikation für Beruf, Alltag und Beziehungen. Besonders wichtig bei Erkrankungen wie ALS oder nach Schädel-Hirn-Trauma. Assistenz und Unabhängigkeit gehen Hand in Hand.
Das Wichtigste: Kommunikation ist ein Menschenrecht (UN-Behindertenrechtskonvention, Artikel 21). Unterstützte Kommunikation ist für alle Menschen und in jedem Alter verfügbar – es ist nie zu spät, anzufangen.
Für Kinder
Unterstützte Kommunikation hilft schon bei kleinen Kindern.
Spielen und Lernen zusammen.
Mit Bildern und Symbolen.
Für Jugendliche
Unterstützte Kommunikation hilft in der Schule.
Unterstützte Kommunikation hilft, neue Freunde zu finden.
Unterstützte Kommunikation hilft, die eigene Stimme zu haben.
Für Erwachsene
Unterstützte Kommunikation hilft bei der Arbeit.
Unterstützte Kommunikation hilft im Alltag.
Unterstützte Kommunikation hilft nach einer Krankheit.
Unterstützte Kommunikation ist für alle Menschen.
Es ist nie zu spät zum Anfangen!
Ihre Rechte
Als UK-Nutzende Person haben Sie Rechte – gesetzlich verankert und international anerkannt:
✓ Recht auf Kommunikation
UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK), Artikel 21: Meinungs- und Äußerungsfreiheit ist ein Grundrecht. Das schließt das Recht ein, Informationen und Gedanken in einer Weise zu vermitteln und zu empfangen, die für Sie zugänglich ist.
✓ Recht auf Hilfsmittel
§ 33 SGB V (Deutsches Sozialgesetzbuch): Kommunikationshilfsmittel sind Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Mit ärztlicher Verordnung und medizinischer Begründung übernimmt die Krankenkasse bei medizinischer Notwendigkeit die Kosten für ein geeignetes Hilfsmittel (ggf. mit gesetzlicher Zuzahlung).
✓ Recht auf Assistenz
BTHG (Bundesteilhabegesetz), SGB IX: Menschen mit Behinderungen haben Anspruch auf Assistenzleistungen, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben – auch für die Unterstützung bei der Kommunikation.
✓ Widerspruchsrecht
Wenn Ihre Krankenkasse einen Antrag ablehnt, haben Sie das Recht, Widerspruch einzulegen (Frist: 1 Monat ab Ablehnung). Dabei helfen fachliche Argumentationshilfen (z. B. aus dem Vokabular-Finder). Das Verfahren vor dem Sozialgericht ist für Versicherte gerichtskostenfrei (§ 183 SGG); Kosten für eine eigene anwaltliche Vertretung können entstehen.
Sie haben Rechte:
- Sie dürfen kommunizieren. Das steht im Gesetz.
- Sie können ein Sprach-Gerät bekommen. Die Kranken-Kasse zahlt meistens.
- Sie können Hilfe bekommen. Das ist Ihr Recht.
- Wenn die Kranken-Kasse nein sagt, können Sie Widerspruch machen.
Dafür haben Sie 1 Monat Zeit.
Sie sind nicht allein.
Die EUTB berät kostenlos zu Ihren Rechten.
Beim Antrag helfen REHAVISTA und Partner-Firmen.
Nützliche Ressourcen
Hier sind die wichtigsten Tools und Informationen, um Sie auf Ihrem Weg mit Unterstützter Kommunikation zu unterstützen:
Hier finden Sie wichtige Hilfen.
Klicken Sie auf eine Karte.
Vokabular-Finder
Finden Sie das passende Vokabular für Grid – abgestimmt auf Alter, Fähigkeiten und Interessen.
Hier finden Sie das passende Vokabular.
Einschätzung & Beobachtung
Strukturierte Einschätzung von Kommunikationsbedürfnissen und Zugriffswegen – mit Beobachtungsbogen.
Eine Einschätzung hilft bei der Frage:
Was brauchen Sie zum Kommunizieren?
Glossar Unterstützte Kommunikation
Alle wichtigen Fachbegriffe erklärt – für Sie und Ihre Begleitpersonen.
Hier werden schwere Wörter erklärt.
Antrags-Guide
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Hilfsmittel-Antrag bei der Krankenkasse.
Die Anleitung erklärt den Antrag bei der Kranken-Kasse.
Schritt für Schritt.
UK-Info
Detaillierte Informationen über Unterstützte Kommunikation – Grundlagen und mehr.
Hier gibt es viele Infos über Unterstützte Kommunikation.
Schwere Wörter? UK-Fachbegriffe verständlich erklärt – im Glossar mit 140 Einträgen.
Zum Glossar Unterstützte KommunikationGute Gespräche: Was Sie von Ihren Gesprächspartnern erwarten dürfen
Ob ein Gespräch gut läuft, hängt stark vom Verhalten Ihrer Gesprächspartner ab – und gutes Gesprächsverhalten ist lernbar. Sie dürfen deshalb etwas erwarten:
- Warten: Sie dürfen sich Zeit nehmen. Niemand muss die Stille füllen – Ihre Antwort ist das Warten wert.
- Wenig helfen: Niemand darf ungefragt Ihre Sätze beenden oder für Sie sprechen.
- Zutrauen: Sie entscheiden, ob geraten werden darf – und wann Hilfe willkommen ist.
- Zusammen bauen: Ein Gespräch darf Teamarbeit sein – aber Sie behalten das letzte Wort darüber, was gemeint ist.
- Dranbleiben: Leiten Sie Ihr Umfeld an – zum Beispiel mit einem gespeicherten Satz wie „Bitte warten Sie, ich schreibe“ oder einer Hinweiskarte am Gerät. Und zeigen Sie Ihrem Umfeld PartnerTo – damit können Ihre Gesprächspartner üben.
So sieht eine gute Umgebung aus:
- Ihr Gerät ist immer dabei und erreichbar.
- Gespräche finden auf Augenhöhe statt – die Sitzposition zählt.
- Wichtige Anleitungs-Sätze für Ihr Umfeld sind im Gerät gespeichert.
PartnerTo ist unsere kostenlose Übungs-App: Sie zeigt die acht Bausteine in kleinen Schritten – direkt im Browser, auch offline.
Gute Gespräche brauchen gute Gesprächspartner.
Sie dürfen sich Zeit nehmen.
Niemand darf für Sie sprechen.
Niemand darf Ihre Sätze zu Ende machen.
Sie sagen, ob raten erlaubt ist.
Speichern Sie einen Satz: Bitte warten Sie, ich schreibe.
Ihr Gerät ist immer bei Ihnen.
Reden Sie auf Augen-Höhe.
Zeigen Sie PartnerTo Ihren Gesprächspartnern.
Dann können sie üben.
Mit PartnerTo üben
Passende Kurse
Wenn Sie Assistenz beschäftigen oder anleiten: Der Lernpfad Assistenz ist dafür gemacht – woher Assistenz kommt, was sie von Fürsorge trennt und wie der Alltag gut läuft. Sie können ihn selbst ansehen und Ihrer Assistenz geben. Kostenlos, ohne Anmeldung, ohne Konto.
Es gibt einen Kurs für Ihre Assistenz.
Der Kurs heißt: Lernpfad Assistenz.
Sie können ihn selbst anschauen.
Sie können ihn Ihrer Assistenz geben.
Der Kurs ist kostenlos.
Haben Sie Fragen?
Wir begleiten Kinder und ihre Familien gerne auf ihrem Weg. Kontaktieren Sie uns oder buchen Sie für konkrete Fragen einen Termin über unsere Terminseite – für Kinder mit UK-Bedarf ist der erste Termin in Freiburg kostenlos.
Haben Sie Fragen?
Schreiben Sie uns gern.
Für Kinder in Freiburg ist das erste Gespräch kostenlos.